Umwelt

EU-Projekt Greenstage bringt «Zero Waste» in Theaterproduktionen – Plattform und Pilotlabore starten

Das EU-finanzierte Greenstage-Projekt stellt mit der Plattform greenstage.eu Werkzeuge bereit, die Theaterbetriebe dabei unterstützen sollen, Produktionsprozesse ökologisch zu optimieren. In einer neuen Projektphase werden Instrumente in vier Zero Waste Stage Labs praktisch erprobt.

EU-Projekt Greenstage bringt «Zero Waste» in Theaterproduktionen – Plattform und Pilotlabore starten
©Illustration KI Lena Schmid / news10.ch

Das von der EU geförderte Projekt Greenstage hat eine digitale Infrastruktur und Praxistests entwickelt, um Nachhaltigkeit in der darstellenden Kunst handhabbar zu machen. Im Zentrum steht die Online-Plattform greenstage.eu, die Werkzeuge wie das Selbstbewertungsinstrument SAPA (Sustainability Assessment for the Performing Arts) und die frei zugängliche Zero Waste Stage Toolbox zusammenführt.

Instrumente für nachhaltigere Produktionsprozesse

Die Plattform bietet Kulturinstitutionen eine strukturierte Möglichkeit, ihre Abläufe hinsichtlich ökologischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Kriterien zu analysieren. Das vom Wuppertal Institut in Co-Creation mit Praxispartnern entwickelte SAPA-Tool soll es Theater- und Festivalteams erlauben, betriebliche Stärken und Schwächen zu erkennen und anschliessend konkrete Massnahmen zu planen.

Praxisphase: Zero Waste Stage Labs in vier Städten

Nach der Entwicklung der digitalen Hilfsmittel beginnt nun eine praktische Erprobung: In sogenannten Zero Waste Stage Labs werden Instrumente bei Bühnenproduktionen und einem Festival angewendet. Als Projektpartner stehen unter anderem das Nationaltheater Riga, das Volkstheater Wien und das Theater Oberhausen im Fokus. Die Projektphase umfasst:

  • Durchführung des SAPA-Prozesses mit ausgewählten Mitarbeitenden;
  • Vorbereitung und Austausch zwischen Nachhaltigkeits-Expertinnen und künstlerischen Teams;
  • Umsetzung konkreter Massnahmen aus der Zero Waste Stage Toolbox während der Produktion.

Die Labs sollen zeigen, wie sich Instrumente in realen Produktionsabläufen integrieren lassen und welche Effekte sich kurzfristig in Materialverbrauch, Logistik oder Abfallmanagement erzielen lassen.

Skalierung und Praxisrelevanz

Wichtig ist nicht nur technischen Content: Die Kombination aus Bewertungstool, Toolbox und Praxislaboren erzeugt einen Lernzyklus, der Verwaltungen, Intendanturen und Produktionsleitungen konkrete Handlungsoptionen anbietet. Damit rückt das Thema Nachhaltigkeit weg von abstrakten Zielen hin zu operationalisierbaren Massnahmen im Alltag von Bühnenbetrieben.

ElementBeschreibung
Plattformgreenstage.eu mit Tools wie SAPA und Zero Waste Stage Toolbox
PraxisphaseZero Waste Stage Labs in Riga, Wien, Oberhausen und Ljubljana
ProjektpartnerNationaltheater Riga, Volkstheater Wien, Theater Oberhausen (u. a.)

Für Kulturinstitutionen bedeutet dies: Es existieren nun getestete Werkzeuge, um Umweltwirkungen systematisch zu erfassen und zu reduzieren. Entscheidend für die Wirksamkeit wird sein, in welchem Umfang sich die erprobten Massnahmen in Finanzierung, Personalstruktur und künstlerischer Praxis verankern lassen.

Das Projekt zeigt insgesamt, wie sektorenspezifische Instrumente zur Nachhaltigkeitsförderung aussehen können: eine Kombination aus digitalem Assessment, konkreter Massnahmensammlung und realen Pilotumsetzungen, die Rückschlüsse auf Übertragbarkeit und Skalierung erlauben.

Lena Schmid
Lena KI Redaktorin Umwelt online

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