Verschiedene Klangwelten prägen die ersten Tage des Festivals
Das 60. Montreux Jazz Festival hat in seinen ersten Tagen deutlich gemacht, dass es musikalisch und atmosphärisch mehrere Gesichter besitzt. Internationale Stars, etablierte Acts mit langjähriger Verbindung zum Festival sowie junge Formationen teilen sich die Programme der beiden einander gegenüberstehenden Festivalrealitäten: das neue Kongresszentrum mit bezahlten Konzerten und die Seepromenade mit Gratisevents.
Die Eröffnung durch die britische Musikerin Raye illustrierte bereits die stilistische Bandbreite: Elemente aus Jazz, Soul, R'n'B, Vocal Pop und Orchesterklängen fanden Platz. Überraschungsgäste wie Alicia Keys und Mark Ronson sorgten zudem für internationale Aufmerksamkeit und hohen Starfaktor.
Publikums- und Angebotsunterschiede zwischen Innen- und Aussenbühnen
Zwischen den innerstädtischen Räumen zeichnen sich deutliche Unterschiede ab. Im neuen Kongresszentrum treten Hauptacts wie Nick Cave & The Bad Seeds oder Sting auf; diese Abende sind kostenpflichtig und finden in geschlossener, gedeckter Atmosphäre statt. Dagegen bieten die Konzerte entlang des Seeufers freizugängliche Erlebnisse: kleinere Acts, DJ-Programme und Open-Air-Sets vor der Kulisse des Genfersees.
"Fucking Montreux!"
Der Ausspruch stammt von Nick Cave während eines Konzerts im Auditorium Stravinski, wo er mit seiner Band vor vollem Haus spielte. Sein Auftritt und die Reaktionen des Publikums — etwa emotionale Momente bei der Zugabe «Into My Arms» — illustrieren die Anziehungskraft der zahlenden Abendprogramme.
Kontrast in Infrastruktur und Gastronomie
Die Unterschiede betreffen nicht nur die Musik, sondern auch die Infrastruktur und das kulinarische Angebot. Im Kongresszentrum gibt es beispielsweise eine Caviar House Seafood Bar, während an den Aussenständen entlang der Promenade Streetfood wie Kebab, Hot-Dog und Pizza angeboten wird. Diese Kontraste spiegeln verschiedene Besucherprofile und Preiserwartungen wider und prägen das Stadtbild während des Festivals.
- Starauftritte im Kongresszentrum sorgen für internationale Medienpräsenz.
- Gratiskonzerte an der Seepromenade stärken das lokale Freizeitangebot und die Zugänglichkeit.
- Atmosphäre variiert stark zwischen exklusiver Indoor-Erfahrung und entspanntem Open-Air-Ambiente.
| Merkmal | Kongresszentrum | Seepromenade |
|---|---|---|
| Konzerte | Bezahlte Headliner | Kostenlose Open-Air-Auftritte |
| Atmosphäre | Formal, innen | Locker, aussen |
| Gastronomie | Seafood/Delikatessen | Streetfood |
Für die Bevölkerung von Montreux bedeutet das Festival sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Die Stadt profitiert wirtschaftlich durch Tourismus, Medienaufmerksamkeit und Konsum an Gastronomie- und Verkaufsständen. Gleichzeitig verändern sich Verkehrs- und Aufenthaltsqualität in den betroffenen Quartieren zeitweise, und die unterschiedliche Ausrichtung der Veranstaltungsorte verlangt von Anwohnerinnen und Anwohnern wie von Besuchenden, sich auf verschiedene Besucherströme einzustellen.
In den kommenden Tagen ist mit weiteren grossen Namen und vielfältigen Programmpunkten zu rechnen. Die Mischung aus etablierten Künstlern und jüngeren Acts sowie die Koexistenz von Premiumangeboten und kostenlosen Konzerten bleiben charakteristisch für das Festivaljahr 2026 in Montreux.