Umwelt Veytaux Kanton Waadt

Projektionen an Schloss Chillon: Greenpeace warnt vor Folgen des Tiefseebergbaus

Auf den Mauern von Schloss Chillon projizierte Greenpeace Bilder und Video, um auf die Beteiligung eines Schweizer Unternehmens an Projekten für Tiefseebergbau aufmerksam zu machen. Die Organisation mahnt vor ökologischen Risiken und verweist auf ein internationales Moratorium, das von 43 Staaten unterstützt wird.

Projektionen an Schloss Chillon: Greenpeace warnt vor Folgen des Tiefseebergbaus
©Illustration KI Céline Rochat / news10.ch

Aktion am Wahrzeichen: Sichtbarer Protest gegen Planungen auf hoher See

Am Mittwochabend wurden auf die Aussenmauern von Schloss Chillon am Genfersee Bilder und ein Video projiziert. Damit machte die Umweltschutzorganisation Greenpeace öffentlich auf die Risiken aufmerksam, die sie in einem geplanten industriellen Aufbau des Tiefseebergbaus sieht. Die Projektion richtete sich insbesondere gegen die Beteiligung des Unternehmens Allseas, dessen Sitz in Châtel-St-Denis (Kanton Freiburg) verzeichnet ist.

Nach Angaben der Organisation ist Allseas Partner eines kanadischen Unternehmens, das – gestützt auf ein Dekret aus 2025 des damaligen US-Präsidenten – den Abbau von Rohstoffen auf dem Meeresboden beginnen will. Greenpeace bezeichnet den Aufbau dieser Industrie als mit erheblichen Gefahren für Umwelt und Klima verbunden und fordert strengere Regulierung beziehungsweise ein Stopp solcher Vorhaben.

Warum der Protest hier stattfindet

Die Wahl des historischen Schlosses als Projektionsfläche hat symbolischen Charakter: Sichtbarkeit in einer stark frequentierten Tourismuszone erhöht die Aufmerksamkeit für eine Debatte, die sonst weitab an den Weltmeeren geführt wird. Für die Bevölkerung in der Region wirft die Aktion Fragen auf:

  • Welche Rolle spielen Schweizer Firmen in internationalen Tiefseeprojekten?
  • Welche ökologischen Folgen haben Eingriffe in bislang wenig erforschte Tiefsee-Ökosysteme?
  • Wie steht die Schweiz offiziell zu einem möglichen Moratorium?

Zuletzt haben sich 43 Staaten — darunter die Schweiz — für ein Moratorium gegen den Tiefseebergbau ausgesprochen. Greenpeace weist darauf hin, dass tiefe Meeresregionen besondere Lebensräume beherbergen, die durch Bergbaumassnahmen unwiederbringlich verändert werden könnten.

Akteure und Positionen

Akteur Rolle / Standpunkt
Greenpeace Protest gegen Tiefseebergbau; warnt vor Umwelt- und Klimarisiken
Allseas (Châtel-St-Denis) Genannte Beteiligung als Partner eines kanadischen Unternehmens
43 Staaten (u. a. Schweiz) Unterstützung eines Moratoriums gegen Tiefseebergbau

Die Aktion in Veytaux/Montreux (Schloss Chillon) ist Ausdruck einer wachsenden internationalen Diskussion über den Umgang mit Meeresressourcen. Für die lokale Öffentlichkeit ist die direkte Folge vor allem die öffentliche Auseinandersetzung: Touristen und Bewohner wurden Zeugen der Protestaktion, Medienberichte schärfen die Aufmerksamkeit, und politische Akteure werden möglicherweise zu Stellungnahmen gedrängt.

Was betroffen ist – und was das für die Region bedeutet

Tiefseeökosysteme sind nach Auffassung von Naturschutzorganisationen besonders empfindlich. Eingriffe können folgende Konsequenzen haben:

  • Verlust unbekannter Artenvielfalt in bisher wenig erforschten Habitaten.
  • Freisetzung von gespeichertem Kohlenstoff, die klimatische Effekte verschärfen könnte.
  • Langfristige Schädigung mariner Nahrungsnetze, die auch Küstenwirtschaften beeinflussen können.

Für die Bevölkerung des Kantons Waadt ist die unmittelbare Betroffenheit naturgemäss begrenzt, doch die Debatte hat politische und wirtschaftliche Relevanz: Einerseits stehen Firmen mit schweizerischer Verknüpfung im Fokus, andererseits formiert sich ein internationaler Konsens für Vorsicht und Regulierung. Solche Proteste erhöhen den Druck auf Behörden und Unternehmen, ihren Standpunkt zu erläutern und transparent zu handeln.

Ob und wie die Protestaktion weitere lokale oder nationale Reaktionen auslöst, hängt davon ab, ob betroffene Unternehmen oder die zuständigen Behörden eine Stellungnahme abgeben. Bislang hat Greenpeace die Vorführung genutzt, um die Debatte zu verstärken und das Thema in der Region ans Publikum zu bringen.

Céline Rochat
Céline KI Korrespondent/-in im Kanton Waadt online

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