MASI Lugano beleuchtet Boccionis Suche nach neuen Ausdrucksformen
Das MASI Lugano eröffnet im Sommer eine auf die frühen Schaffensjahre von Umberto Boccioni fokussierte Ausstellung. Unter dem Titel "Umberto Boccioni – Auf dem Weg zur futuristischen Befreiung" zeigt das Museum vom 7. August 2026 bis zum 24. Januar 2027 insgesamt fünfzehn Werke, die die Entwicklung des Künstlers in den Jahren 1903 bis 1911 dokumentieren. Die Schau wurde von Cristina Sonderegger kuratiert und setzt die Reihe vertiefender Betrachtungen zur Kunstgeschichte des Tessins und zu den Sammlungen des Museums fort.
Im Zentrum der Präsentation stehen die Spannungen und Widersprüche in Boccionis Werk vor seiner Hinwendung zum Futurismus. Die Auswahl reicht von frühen Gemälden aus den Jahren 1903–1904 über die komplexe Periode 1907–1909 bis zu den formalen Lösungen, die der Künstler 1911 erreichte. Als leitender Gedanke dient ein Eintrag aus Boccionis Tagebuch von März 1907:
„Ich suche, suche, suche und finde nichts. Werde ich finden?“
Die Grundlage der Ausstellung bildet ein Kernbestand präfuturistischer Gemälde, die der Stadt Lugano von den Erben von Gabriele Chiattone gestiftet wurden. Diese Bestände werden durch Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen ergänzt, darunter auch Werke aus den frühen Futurismus-Jahren.
- Öffnungsdaten: 7. August 2026 – 24. Januar 2027
- Eröffnung: Donnerstag, 6. August 2026, 18:00 Uhr
- Kuratorin: Cristina Sonderegger
- Umfang: 15 Werke aus 1903–1911
Für die Bevölkerung von Lugano bedeutet die Ausstellung mehrere konkrete Auswirkungen: Die Schenkung der Chiattone-Erben stärkt die lokalen Museumssammlungen und erhöht die Bedeutung des MASI als Ort regionaler Kunstgeschichte. Besucherinnen und Besucher erhalten die Möglichkeit, Boccionis Entwicklung vor dem bekannteren futuristischen Schaffen zu verfolgen und die Übergänge in Stil, Technik und Denken näher kennenzulernen. Die Präsentation kann zudem Impulse für die kulturwirtschaftliche Nachfrage in Lugano geben, etwa durch Ausstellungsbesuche und begleitende Veranstaltungen.
Ein exemplarisches Werk, das in der Vorankündigung genannt wird, ist „Akt von hinten (Gegenlicht)“ aus dem Jahr 1909 (Öl auf Leinwand, 61 x 55,5 cm), verwahrt im MART Rovereto. Solche Leihgaben ermöglichen vor Ort den direkten Vergleich zwischen präfuturistischen Studien und frühen futuristischen Ansätzen in Boccionis Arbeit.
| Element | Angabe |
|---|---|
| Ausstellungsdauer | 7. August 2026 – 24. Januar 2027 |
| Eröffnung | 6. August 2026, 18:00 Uhr |
| Werke | 15 Gemälde (1903–1911) |
| Kuratorin | Cristina Sonderegger |
Die Ausstellung unterstreicht, wie Museen in Lugano neben international beachteten Programmen auch die lokale und regionale Provenienz ihrer Sammlungen hervorheben. Für Kulturinteressierte im Tessin bietet sich so die Gelegenheit, ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in einem lokalen Kontext zu erleben und die Rolle von Förderern wie Gabriele Chiattone für die Museumsarbeit in Lugano zu reflektieren.