Blindgänger in Antiquitätengeschäft löst Grossaufgebot aus
In der Neuenburger Innenstadt hat ein mehr als hundert Jahre alter Blindgänger am Donnerstagabend einen grossen Polizeieinsatz ausgelöst. Das Geschoss, das sich in einem Antiquitätengeschäft an der Rue des Parcs befand, wurde von den Behörden geborgen; die Bergung war gegen 22.00 Uhr abgeschlossen.
Die Polizei sperrte einen Teil des Quartiers rund um das Geschäft ab. Ein rundes Dutzend Einsatzkräfte sicherte den betroffenen Bereich, wie Polizeisprecher gegenüber den Radiosendern RTN und RTS bestätigten. Zur Warnung und Information der Bevölkerung setzte die Neuenburger Polizei eine Drohne mit Lautsprecher ein — ein Mittel, das bereits am vergangenen Sonntag bei einem Zwischenfall mit ausgelaufener Salzsäure in Marin NE verwendet worden war.
Armee-Kampfmittelbeseitigung angefordert
Weil der Sprengkörper noch eine potenziell gefährliche Sprengladung enthielt, musste die Armee hinzugezogen werden. Vier Spezialisten der Kampfmittelbeseitigung rückten mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug an, das für die sichere Entschärfung und den Transport explosiver Gegenstände vorgesehen ist. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Bereich wieder freigegeben.
- Fundort: Antiquitätengeschäft, Rue des Parcs, Neuenburg
- Reaktion: Sperrung eines Quartierteils, rund ein Dutzend Polizeikräfte
- Einsatz Armee: vier Kampfmittel-Spezialisten mit Spezialfahrzeug
- Abschluss: Bergung gegen 22.00 Uhr
Herkunft des Geschosses und Meldung an Behörden
Der Antiquitätenhändler hatte das Geschoss zuvor von einer Privatperson übernommen und glaubte, es handle sich um ein leeres Ausstellungsstück. Tatsächlich war die Sprengladung noch intakt, woraufhin der Händler die Behörden alarmierte. Die Polizei bestätigte die Abläufe in Stellungnahmen an örtliche Radiostationen und verwies auf einen entsprechenden Bericht von arcinfo.ch.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Fund | Blindgänger in Antiquitätengeschäft entdeckt |
| Abend | Polizei sperrt Quartier; Information per Drohne mit Lautsprecher |
| Armeeeinsatz | Vier Kampfmittel-Spezialisten treffen mit Spezialfahrzeug ein |
| ~22.00 Uhr | Bergung des Sprengkörpers abgeschlossen |
Der Vorfall macht auf zwei Aspekte aufmerksam, die für die lokale Bevölkerung und das Gewerbe in Neuenburg Bedeutung haben: Einerseits die akute Gefährdung beim Umgang mit historischen militärischen Objekten, andererseits die Koordination zwischen Polizei und militärischen Spezialisten im urbanen Raum. Die rasche Rückmeldung des Händlers an die Behörden und das koordinierte Vorgehen von Polizei und Armee verhinderten offenbar grösseren Schaden.
Für Anwohnende im betroffenen Quartier blieb die Sperrung eine vorübergehende Einschränkung des öffentlichen Raums; die Behörden informierten die Bevölkerung direkt vor Ort mittels Drohne. Weitere Ermittlungen oder Rückfragen bezüglich des Fundes wurden von den zuständigen Stellen nach dem Einsatz geprüft.
Die Behörden appellieren generell an Vorsicht beim Erwerb von militärischen Relikten: Objekte, die als Dekoration angeboten werden, können nach wie vor gefährliche Bestandteile enthalten. Eigentümerinnen und Eigentümer sollen im Zweifel Fachleute oder die Polizei kontaktieren statt eigenhändig zu versuchen, an solchen Objekten Arbeiten vorzunehmen.