Stuttgart – Seit Juni kommt es im Stuttgarter Süden wiederholt zu Bränden in Kellern und an Mülltonnen. Die Polizei prüft, ob die Vorfälle in Zusammenhang stehen und ob es sich um eine Brandserie handelt. Beim jüngsten Einsatz im Heusteigviertel am späten Mittwochabend wurden zwei Personen leicht verletzt und zur Kontrolle ins Spital gebracht.
Chronologie und aktuelle Lage
Nach Angaben der Polizei brach der jüngste Brand in einem Kellergeschoss eines Wohnhauses aus. Die Feuerwehr löschte die Flammen; betroffene Wohnungen mussten kurzfristig evakuiert werden. Bereits zuvor hatte es seit Juni mehrere ähnliche Vorfälle im Lehen- und Heusteigviertel gegeben:
- Im Juni brannten innerhalb weniger Tage zwei Kellerräume in demselben Wohnkomplex.
- Mehrfach gerieten zudem Papiertonnen in Brand.
- An einem Sonntagabend kam es zu einem Brand in der Alexanderstrasse; starke Rauchentwicklung führte zu kurzzeitigen Evakuierungen.
"Brandstiftung sei nicht auszuschliessen", teilte eine Polizeisprecherin auf SWR-Anfrage mit.
Die Behörde betont, dass die Ursachen vieler der bisherigen Brände noch nicht abschliessend geklärt sind. Gleichwohl wurde in einem der Fälle ein 13-jähriger Junge vorläufig festgenommen; hierzu laufen die Ermittlungen weiter.
Auswirkungen und offene Fragen
Die wiederholten Feuer führten mehrfach zu Evakuierungen und Einsatzgrössen, die die Anwohnerinnen und Anwohner verunsichern. Konkrete Angaben zur Schadenshöhe liegen bislang nicht vor. Die Polizei untersucht nun, ob ein Täter oder mehrere Täter für die verschiedenen Ereignisse verantwortlich sind, oder ob es sich um unabhängige Vorfälle handelt.
| Zeitraum | Vorfall |
|---|---|
| Juni | Zwei Kellerräume in einem Wohnkomplex brannten innerhalb weniger Tage |
| Seit Juni | Mehrfache Brände an Papiertonnen |
| Sonntag (kürzlich) | Kellerbrand in der Alexanderstrasse, kurzzeitige Evakuierungen |
| Mittwochabend (aktuell) | Kellerbrand in Heusteigviertel; zwei Personen leicht verletzt, Evakuierungen |
Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen Spuren vor Ort, sichten Überwachungsaufnahmen und befragen Zeugen. Ziel ist, mögliche Muster in Tatzeit und Tatort zu erkennen und so Hinweise auf ein Tätermotiv oder eine Tätergruppierung zu gewinnen.
Kontext: Brandstiftungen in Wohnquartieren
Wohnungs- und Kellerbrände stellen ein erhöhtes Risiko dar: Nachbarwohnungen sind wegen Rauch- und Rußentwicklung betroffen, Bewohnerinnen und Bewohner müssen evakuiert werden, und Sachschäden können beträchtlich sein. Kommt Brandstiftung als Ursache in Betracht, weitet sich die polizeiliche Priorität aufgrund der Gefährdungslage deutlich aus. Für Anwohnerinnen und Anwohner bleibt die Empfehlung, verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei zu melden und auf Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten.
Die Polizei Stuttgart hat weitere Informationen vorläufig nicht bekanntgegeben. Die Ermittlungen dauern an.