RTS lagert musikalisches Erbe in Schlierbach
Das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) hat einen grossen Teil seines Tonträger-Archivs nach Luzern gebracht. Konkret wurden laut RTS 185'000 Tonträger an den Standort Schlierbach verlagert; das transportierte Material wiegt rund 40 Tonnen – nach Angaben in der Berichterstattung so viel wie «sechs Elefanten».
Hintergrund des Umzugs ist der Standortwechsel von RTS innerhalb der Waadt: Die Redaktion zieht vom bisherigen Standort in den Lausanner Hügeln ins Universitätsviertel Lausanne Écublens. Dort sei der vorhandene Lagerraum begrenzt, zudem würden viele Bestände nicht täglich gebraucht. Deshalb habe RTS eine Auslagerung als notwendig erachtet.
- Standort: Schlierbach (Kanton Luzern)
- Anzahl Tonträger: 185'000
- Gewicht: rund 40 Tonnen
- Grund: begrenzter Lagerraum am neuen RTS-Standort in Lausanne Écublens und seltene Nutzung
«Der Lagerraum am neuen Standort ist begrenzt», sagt der Mediensprecher von RTS, Marco Ferrara, auf Anfrage.
Welche Bedeutung hat das für die Region Luzern?
Für Schlierbach und die Umgebung bedeutet die Ankunft des Archivs zunächst eine verstärkte Aufmerksamkeit für logistische und konservatorische Fragen: Tonträger erfordern kontrollierte Lagerbedingungen, Schutz vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen sowie geeignete Brandschutzmassnahmen. Die Präsenz eines so umfangreichen Bestands kann langfristig lokale Dienstleister für Transport, Sicherheit und Restaurierung interessieren.
Für die Öffentlichkeit stellt sich die Frage, wie zugänglich dieses Kulturerbe bleiben wird. Nach Angaben von RTS werden die Platten nicht täglich gebraucht, weshalb eine Auslagerung sinnvoll sei. Offen bleibt, ob und in welchem Rahmen Teile der Sammlung für Forschung, Ausstellungen oder Sammler zugänglich gemacht werden.
Konkrete Daten zum Bestand
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Tonträger | 185'000 |
| Gesamtgewicht | rund 40 Tonnen |
| Ursprung | RTS (Westschweizer Radio und Fernsehen) |
| Neuer Lagerort | Schlierbach (Luzern) |
Die Verlagerung unterstreicht eine grössere Herausforderung in der Medienarchivierung: Digitalisierung und räumliche Einschränkungen führen dazu, dass physische Bestände zentralisiert oder ausgelagert werden müssen. Für Luzern bedeutet dies, dass ein Teil des kulturellen Erbes der Romandie künftig in der Zentralschweiz physisch verwahrt wird – mit Folgen für Lagerinfrastruktur, Sicherheitskonzepte und mögliche lokale Nutzungsperspektiven.
Zurzeit sind keine weiteren Details zur Zugänglichkeit oder zu langfristigen Kooperationen zwischen RTS und Institutionen in Luzern bekannt. RTS-Mediensprecher Marco Ferrara bestätigte gegenüber den Medien lediglich die Notwendigkeit der Auslagerung aufgrund begrenzter Lagerkapazitäten am neuen Standort.