Abschlussfeiern zeigen persönliche Stile und berufliche Pläne
Bei den Abschlussfeiern im Kanton Luzern fiel auf, wie unterschiedlich sich die jungen Absolventinnen und Absolventen kleiden und welche Geschichten hinter den Outfits stecken. Die Kombination aus einfachen, eleganten Stücken, Erinnerungsstücken aus der Familie und kurzfristigen Einkäufen spiegelte sowohl persönliche Vorlieben als auch emotionale Bezüge wider.
So trug Luana Cavallucci (19) aus Malters, Kauffrau EFZ, ein kürzlich gekauftes, schlichtes Kleid aus Como — bewusst gewählt wegen des aufgedruckten Dresscodes „elegant“ für die Feier. Sie ergänzte das Outfit mit Schmuck, der teilweise aus der Familie stammt. Florian Küttel (20) aus Weggis, Gärtner EFZ, und andere erwähnten ebenfalls familiäre Bezüge: Küttel erklärte, seine Schuhe und Krawatte stammten von seinen Grossvätern, die beide verstorben seien; das Hemd sei das Hochzeitshemd seines Vaters.
«Mein Outfit ist eine Hommage an meine Grossväter, die Schuhe sind vom einen und die Krawatte vom anderen.»
Andere Absolventinnen setzten auf frische, farbige Akzente: Mia Portmann (18) aus Ruswil, Floristin EFZ, kaufte sich extra für den Anlass ein gelbes Kleid, das sie als «Sommerlaune» beschreibt; die Schuhe habe sie noch am Vortag erworben.
Beruflicher Weg und Pläne nach der Lehre
Die kurzen Statements der Lernenden geben auch Aufschluss über Berufsfindung und nächste Schritte. Timon Geisser (18) aus Malters, Kaufmann EFZ, berichtet, er sei durch Schnupperlehren auf den Büroberuf gestossen. Sein Lieblingsfach sei Informatik gewesen; für das Lernen habe er Zusammenfassungen geschrieben und wiederholt durchgelesen. Er plant, die Rekrutenschule (RS) zu absolvieren und reist vorab sechs Wochen nach Thailand.
Elena Michel (18) aus Ebikon, Fachfrau Betreuung, begründet ihre Berufswahl mit früheren Kontakten zu Kindern und der Freude an der täglichen Abwechslung in Kitas. Solche Aussagen zeigen, dass praktische Erfahrungen und persönliche Neigungen bei der Berufswahl entscheidend bleiben.
Was bedeuten solche Abschlüsse für die Region?
- Fachkräfte-Nachwuchs: Die frisch ausgelernten Kaufleute, Gärtnerinnen, Floristen und Fachfrauen Betreuung sind wichtig für lokale Betriebe und Institutionen.
- Berufliche Mobilität: Einige Absolventinnen und Absolventen planen Reisen oder militärische Ausbildung; das beeinflusst kurzfristig die lokale Verfügbarkeit von Arbeitskräften.
- Familienbedeutung: Erbstücke und persönliche Kleidungswahl zeigen die Rolle familiärer Bindungen bei Übergangsritualen wie Abschlussfeiern.
Praktische Hinweise für Eltern und Betriebe
Für Eltern und Lehrbetriebe sind solche Abschlussfeiern ein guter Anlass, berufliche Perspektiven nach der Lehre zu besprechen: Möglichkeiten sind Weiterbildungen, Berufsmaturität, der Einstieg ins Erwerbsleben oder die RS. Jugendlichen helfen konkrete Tipps zu Lernstrategien (z. B. Zusammenfassungen schreiben) und Erfahrungen aus Schnupperlehren bei der Berufsorientierung.
| Name | Alter | Ort | Beruf |
|---|---|---|---|
| Luana Cavallucci | 19 | Malters | Kauffrau EFZ |
| Florian Küttel | 20 | Weggis | Gärtner EFZ |
| Mia Portmann | 18 | Ruswil | Floristin EFZ |
| Timon Geisser | 18 | Malters | Kaufmann EFZ |
| Elena Michel | 18 | Ebikon | Fachfrau Betreuung |
Die Abschlussfeiern zeigen, dass die Übergänge vom Lehrbetrieb in das Berufsleben oder weitere Ausbildungsetappen mit persönlichen Ritualen verbunden sind. Für die Gemeinden im Kanton Luzern bedeutet dies: Es kommen jährlich gut vorbereitete junge Fachkräfte in den Arbeitsmarkt, die lokal relevant sind — und deren individuelle Wege die Vielfalt der regionalen Berufswelt widerspiegeln.