Gemeinde beantragt Kredit für neues Angebot
Die Gemeinde Reinach beantragt an der Versammlung im kommenden November einen Kredit von 560'000 Franken für die Einführung einer offenen Jugendarbeit, die sich an 12- bis 16‑Jährige richtet. Das Vorhaben ist eine Antwort der Gemeindebehörde auf veränderte gesellschaftliche Anforderungen, die laut Mitteilung unter anderem Integration, psychische Belastungen von Jugendlichen, soziale Isolation und fehlende Begegnungsräume betreffen.
Bis anhin gibt es in Reinach kein spezifisches, öffentliches Angebot für diese Altersgruppe: "
Eine klassische offene Jugendarbeit gibt es in Reinach bisher nicht." Dieses Zitat stammt von Gemeinderätin Franziska Goldenberger, die zugleich Mitglied der Jugendkommission ist. Die Kommission hat im Auftrag des Gemeinderates ein Konzept für eine professionelle, offene Jugendarbeit erarbeitet.
Ergänzung zum bestehenden Angebot
Das regionale Freizeithaus Onderwerch besteht bereits und ist auf Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren ausgerichtet. Die geplante offene Jugendarbeit soll diese Lücke schliessen, indem sie gezielt jüngere Jugendliche vor Ort begleitet und bestehende Angebote ergänzt, ohne das Onderwerch zu ersetzen.
- Zielgruppe: 12–16 Jahre
- Beantragter Kredit: 560'000 Franken (pro Gemeinde, Reinach und Menziken)
- Abstimmung: Gemeindeversammlungen im November
Aktuelle Zahlen zur Altersstruktur
Die Gemeindemitteilung stützt das Anliegen mit Bevölkerungszahlen aus dem Kanton Aargau (Statistik Aargau, 2025). Sie zeigen eine substanzielle Anzahl Jugendlicher in den relevanten Altersgruppen:
| Gemeinde | 10–14 Jahre | 15–19 Jahre |
|---|---|---|
| Reinach | 514 | 498 |
| Menziken | 464 | 503 |
Folgen für die Bevölkerung
Für Eltern und Schulen in Reinach könnte die Einführung einer offenen Jugendarbeit praktische Folgen haben: zusätzliche Anlaufstellen für Jugendliche, Angebote zur Förderung der Integration und mehr Möglichkeiten zur Begleitung in schwierigen Lebensphasen. Die Gemeinde betont zudem, dass das Projekt auf regionale Zusammenarbeit setzt; Menziken beantragt denselben Kredit und beide Gemeinden streben damit offenbar eine abgestimmte Lösung an.
Entscheidend wird die Zustimmung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an den Gemeindeversammlungen im November sein. Bei Annahme des Kredits folgt die konkrete Umsetzung des Konzepts, dessen operative Details – etwa Trägerschaft, Personal oder Standorte – bisher in der Mitteilung nicht abschliessend beschrieben sind.
Die Debatte in Reinach dürfte sich in den kommenden Wochen darauf konzentrieren, wie die angebotenen Leistungen konkret aussehen, wie sie finanziell nachhaltig getragen werden und wie die Zusammenarbeit mit bestehenden Einrichtungen wie dem Onderwerch gestaltet wird.