Gemeinsame Initiative gegen Trockenheit und Erosion
Die Kantone Luzern und Basel-Landschaft lancieren mit dem Projekt «Slow Water» eine Massnahme zur Verbesserung des Wasserrückhalts auf Ackerflächen. Ziel ist, Regenwasser gezielter im Boden zu speichern und den raschen Abfluss nach Starkniederschlägen zu verlangsamen. Das Vorgehen dient sowohl dem Schutz vor Trockenstress als auch der Verringerung von Erosionsschäden und Infrastrukturbelastungen.
Praktische Massnahmen und wissenschaftliche Begleitung
Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit teilnehmenden Landwirtschaftsbetrieben und Gemeinden. Geplante oder bereits erprobte Massnahmen reichen von Keylines und Retentionsteichen über Versickerungsgräben bis zu Baumreihen, die den Wasserabfluss verlangsamen und die Versickerung fördern. Die Wirkung dieser Eingriffe wird wissenschaftlich begleitet, um ihre Effizienz für Ertragssicherung und Wasserversorgung beurteilen zu können.
- Teilnehmende Betriebe: Rund 110 Landwirtinnen und Landwirte haben ihr Interesse am Projekt bekundet.
- Ziel: Verbesserung der Wasserspeicherung im Boden und Reduktion schneller Wasserabflüsse.
- Wirkungsziel: Schutz fruchtbarer Böden, Verminderung von Erosion und Sicherstellung landwirtschaftlicher Produktion trotz Klimaextremen.
Wer organisiert und finanziert das Projekt?
Die operative Koordination und Beratung der Landwirtschaftsbetriebe liegt beim Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN). Die Projektleitung übernimmt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) des Kantons Luzern. Für das Wirkungsmonitoring ist die Universität Basel zuständig. Weitere Partner sind die Seecon gmbh (integrales Wassermanagement) und Agridea (Beratung und Informationstools).
| Aufgabe | Partner |
|---|---|
| Operative Koordination und Beratung | Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) |
| Projektleitung | Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) Kanton Luzern |
| Wirkungsmonitoring | Universität Basel |
| Fachliche Beratung | Seecon gmbh, Agridea |
| Finanzierung | Bundesamt für Landwirtschaft, Kantone Luzern und Basel-Landschaft |
Bedeutung für das Baselbiet
Für den Kanton Basel-Landschaft kann «Slow Water» unmittelbare Vorteile bringen: Eine bessere Wasserspeicherung erhöht die Resilienz von Acker- und Futterbau gegen längere Trockenperioden und reduziert das Risiko teurer Bodenerosion oder Schäden an Wegen und Drainagen bei Starkregen. Für Landwirtinnen und Landwirte entstehen neue Möglichkeiten, lokale Ressourcen effizienter zu nutzen und mögliche Ertragsausfälle zu mindern.
Gleichzeitig ist das Projekt relevant für Gemeinden, die bei Starkniederschlägen mit erhöhten Abflussmengen und Überlastung der Kanalisation rechnen müssen. Dezentrale Retentions- und Versickerungsmassnahmen entlasten die Infrastruktur und können Hochwasserspitzen abfedern.
Was jetzt auf Betroffene zukommt
Interessierte Betriebe können sich offenbar in das Projekt einbringen; BBZN und die Projektleitung begleiten die konkrete Umsetzung. Die geplante wissenschaftliche Begleitung soll zudem praktische Hinweise liefern, welche Massnahmen unter welchen lokalen Boden- und Klimaverhältnissen am wirksamsten sind.
Für Landwirtinnen und Landwirte im Baselbiet bedeutet dies: Frühzeitige Information und Mitwirkung können direkte Vorteile bringen – sowohl in Form technischer Beratung als auch möglicher finanzieller Unterstützung durch Projektmittel.