Behörden retten Fische aus austrocknenden Gewässern
Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen niedrigen Wasserführung haben die kantonalen Behörden im Baselbiet bereits in fünf Bächen Abfischungen durchgeführt. Die betroffenen Gewässer sind der Homburgerbach, der Eibach, der Diegterbach, der Bennwilerbach und der Eimattbach, wie die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) demnach auf Anfrage mitteilte.
Die Massnahmen dienen dazu, Tiere aus Stellen zu bergen, in denen sie wegen niedriger Pegelstände, hoher Wassertemperaturen und geringer Sauerstoffsättigung akut in Lebensgefahr geraten. Verantwortlich für die Einsätze ist das Amt für Wald beider Basel, das dabei vom Zivilschutz unterstützt wird.
"Die Lage für Fische ist angespannt", schreibt VGD-Sprecher Julien Kurt.
Die Behörde weist darauf hin, dass insbesondere die ersten drei genannten Bäche in Jahren mit anhaltender Trockenheit vermehrt davon betroffen seien. In normalen Jahren komme es zu solchen kritischen Zuständen meist erst Ende Juli oder im August; diesmal haben die hohen Temperaturen und das Ausbleiben von Niederschlägen die Situation vorgezogen.
Warum die Bäche austrocknen
Die Baselbieter Fliessgewässer — mit Ausnahme des Rheins — werden nicht von Gletschern gespeist. Ihre Wasserführung hängt deshalb stark von Grundwasseranschlüssen ab, deren Pegel derzeit ebenfalls niedrig sind. In Kombination mit dem karstigen Untergrund steigt die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Bäche punktuell trockenfallen. Geringe Wasserstände führen zudem dazu, dass sich verbliebene Wassermengen schneller erwärmen, vorab an sonnigen, unbeschatteten Abschnitten.
Konkrete Folgen vor Ort
- Fische suchen tiefe Stellen (Kolks) auf, was zwar kurzfristig Schutz bietet, aber bei weiterem Austrocknen zu Dichtestress und Sauerstoffmangel führen kann.
- Wenn Kolks sich ebenfalls erwärmen, steigt die Sterberate – vor Ort greifen die Behörden dann zu Abfischungen, um die Tiere in Gewässer mit ausreichender Wasserführung umzusetzen.
- Die Massnahmen sind reaktiv und retten Individuen; langfristig bleibt die Wasserverfügbarkeit in vielen kleinen Gewässern fragil.
Die VGD macht zudem auf einen strukturellen Trend aufmerksam: Daten der vergangenen Jahre zeigten eine Entwicklung zu heisseren und trockeneren Sommern. Solche Klimatendenzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass auch künftig vermehrt Abfischungen beziehungsweise Umsetzungsaktionen nötig werden.
Was das für die Bevölkerung bedeutet
Für Anwohnerinnen und Anwohner der betroffenen Einzugsgebiete bedeutet dies einerseits einen sichtbaren Verlust an Vielfalt und Fliessgewässerfunktionalität in trockenen Sommern. Andererseits zeigen die Einsätze, dass kantonale Stellen und Hilfsorganisationen bereit sind, akute Notsituationen zu behandeln. Für Freizeitnutzer von Gewässern und Naturschutzgruppen ist die Beobachtung von niedrigen Wasserständen und abgestorbenen Tierbeständen ein Hinweis, die Entwicklung weiter zu beobachten und gegebenenfalls zu melden.
| Abgefischte Bäche | Bemerkung |
|---|---|
| Homburgerbach | häufig betroffen in trockenen Jahren |
| Eibach | häufig betroffen in trockenen Jahren |
| Diegterbach | häufig betroffen in trockenen Jahren |
| Bennwilerbach | dieses Jahr bereits abgefischt |
| Eimattbach | dieses Jahr bereits abgefischt |
Die kantonalen Stellen zeigen sich alarmiert, weil die Kombination aus hohen Temperaturen, fehlendem Regen und niedrigem Grundwasserpegel die Gewässerlandschaft nachhaltig belastet. Für die Zukunft werden Massnahmen zur Erhöhung der Resilienz kleiner Fliessgewässer gegenüber Trockenperioden diskutiert, doch kurzfristig bleibt die operative Abfischung ein Mittel, um Tierleben zu retten.
Betroffene oder Beobachtende, die sterbende Tiere oder stark verringerte Wasserstände melden möchten, können dies bei den zuständigen kantonalen Stellen tun; die VGD ist Ansprechpartnerin für fachliche Fragen zu den Eingriffen.