Die Kantone Basel-Landschaft und Luzern lancieren gemeinsam das Ressourcenprojekt «Slow Water», das den Wasserrückhalt in Kulturland fördern soll. Ziel ist es, Regenwasser gezielt im Boden zu speichern und schnelle Abflüsse zu verlangsamen, um Ernteerträge, Böden und Infrastruktur gegen die Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkniederschlägen besser zu schützen.
Was das Projekt vorsieht
Um die Wasserverfügbarkeit auf den Feldern zu verbessern und Erosion zu verringern, werden verschiedene hydrotechnische und agronomische Massnahmen umgesetzt. In der Praxis handelt es sich dabei unter anderem um:
- Retentionsteiche und Keyline-Strukturen zur gezielten Speicherung von Niederschlagswasser,
- Versickerungsgräben in Kombination mit Baumreihen als langsame Ableitung und natürlicher Filtration,
- an die Geländeform angepasste Bodenbearbeitung und weitere agronomische Praktiken, die die Infiltration fördern.
Die Massnahmen werden gemeinsam mit Landwirtschaftsbetrieben und Gemeinden umgesetzt und begleitend wissenschaftlich überwacht. Bereits haben sich erste Betriebe interessiert gezeigt; die praktische Umsetzung erfolgt parzellenweise und in Abstimmung mit den beteiligten Grundeigentümern.
Organisation und Finanzierung
Verantwortlich für die Beratung der teilnehmenden Betriebe und die operative Koordination ist das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN). Die Projektleitung liegt bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) des Kantons Luzern. Zu den Partnern gehören die Universität Basel (Wirkungsmonitoring), die Seecon gmbh (integrales Wassermanagement) und Agridea (Beratungs- und Informationstools). Finanziell wird das Projekt vom Bundesamt für Landwirtschaft sowie den Kantonen Luzern und Basel-Landschaft getragen.
Warum das Projekt für Gemeinden und Landwirte wichtig ist
Der Klimawandel bringt in der Region verstärkt lang anhaltende Trockenperioden und gleichzeitig häufigere Starkregenereignisse. Für die Landwirtschaft bedeuten trockene Phasen Ertragseinbussen, für Starkregen die Gefahr von Bodenabtrag und Schäden an Wegen, Drainagen und Niederschlagsinfrastrukturen. Maßnahmen zur Speicherung von Wasser im Boden können deshalb mehrfach nützen:
- Stabilere Ernteerträge in trockenen Sommern durch bessere Wasserversorgung der Pflanzen,
- Reduktion von Erosion und damit Erhalt fruchtbarer Ackerböden,
- Weniger Spitzenabfluss bei Starkregen und reduzierte Belastung für Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur,
- Langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung durch nachhaltigere Grundwasseranreicherung.
Wie Landwirte mitmachen können
Interessierte Betriebe erhalten Beratung durch das BBZN; die Massnahmen werden vor Ort geplant und wissenschaftlich begleitet. Die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden ist wichtig, weil Massnahmen wie Retentionsflächen, Versickerungsgräben oder Baumreihen grenzenüberschreitende Auswirkungen haben können. Finanzierung und fachliche Unterstützung werden vom Projektkonsortium bereitgestellt.
| Partner | Rolle |
|---|---|
| BBZN | Beratung und operative Koordination |
| Lawa (Kanton Luzern) | Projektleitung |
| Universität Basel | Wirkungsmonitoring |
| Seecon gmbh | Integrales Wassermanagement |
| Agridea | Beratungs- und Informationstools |
Für den Kanton Basel-Landschaft ist das Projekt ein konkreter Schritt, landwirtschaftliche Flächen an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Entscheidend wird sein, wie schnell praktikable Massnahmen flächig umgesetzt werden können und wie gut Gemeinden sowie Betriebe in die Planung eingebunden werden. Kurzfristig bietet Slow Water die Chance, Ernteausfälle zu mildern und langfristig Böden und Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.