Wirtschaft Kanton Basel-Landschaft

Weniger Bauernhöfe, aber grössere Betriebe: Strukturwandel setzt sich im Baselbiet fort

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Basel-Landschaft ist 2025 erneut gesunken. Der Trend zu grösseren Höfen hält an, gleichzeitig ging der Anteil Biobetriebe leicht zurück — mit Folgen für Arbeitsplätze, Tierbestände und die lokale Landwirtschaftspolitik.

Weniger Bauernhöfe, aber grössere Betriebe: Strukturwandel setzt sich im Baselbiet fort
©Illustration KI Peter Gschwind / news10.ch

Fortschreitende Betriebsaufgabe und Vergrösserung

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Basel-Landschaft ist 2025 erneut gesunken. Nach Angaben des Amts für Daten und Statistik zählte das Baselbiet im vergangenen Jahr 847 Bauernhöfe, das sind 22 Betriebe oder 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Parallel dazu verschiebt sich die Struktur hin zu grösseren Einheiten: Betriebe mit 30 Hektar und mehr haben weiter zugenommen.

Im Detail wurden 686 Betriebe konventionell und 161 biologisch bewirtschaftet. Der Anteil Biobetriebe betrug damit 19 Prozent, was einen leichten Rückgang darstellt — die erste negative Veränderung seit 2010. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt von 16,9 Prozent liegt Basel-Landschaft weiterhin darüber.

Veränderungen nach Betriebsgrösse und Tierhaltung

Der Strukturwandel zeigt sich besonders bei kleinen und mittleren Betrieben: Die Zahl der Höfe mit weniger als 10 Hektar Nutzfläche sank um 13 Einheiten (-5,8 Prozent) auf 210 Betriebe. Demgegenüber wuchs die Gruppe der Grossbetriebe (>= 30 ha) leicht, drei zusätzliche Höfe wurden gezählt, womit ihr Anteil seit 2001 von 16 auf 35 Prozent gestiegen ist.

Die Betriebsgrösse beeinflusst auch die Tierbestände: In der Geflügelhaltung vervierfachte sich die durchschnittliche Anzahl Tiere pro Betrieb seit 2001, bei Schweinen hat sich der Bestand pro Hof verdoppelt. Bei Rindern fiel die Zunahme mit 40 Prozent moderater aus. Insgesamt bewirtschafteten die 847 Höfe letztes Jahr 2777 Beschäftigte, acht mehr als im Vorjahr.

Beschäftigung und Arbeitszeit

Rund 61 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft waren Männer, 39 Prozent Frauen. Das Geschlechterverhältnis hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten kaum verändert. Auffällig ist hingegen der steigende Anteil von Teilzeitbeschäftigten: 59 Prozent arbeiteten mit einem Beschäftigungsgrad von unter 75 Prozent, nach 53 Prozent im Jahr 2001.

Folgen für Versorgung, Landschaft und Politik

Der anhaltende Trend zu weniger, dafür grösseren Betrieben hat mehrere direkte Konsequenzen für das Baselbiet:

  • Landwirtschaftliche Flächen werden konzentrierter bewirtschaftet, was Auswirkungen auf Bewirtschaftungsformen und Landschaftsbild haben kann.
  • Wachsende Tierbestände pro Hof können neue Herausforderungen für Tierhaltung, Tierwohl und Umweltschutz bringen.
  • Sinkende Zahl kleiner Höfe könnte lokale Wertschöpfung, Direktverkauf und regionale Vielfalt vermindern.

Für die kantonale Politik und die Gemeinden bedeutet dies, dass Fördermassnahmen, Raumplanung und ländliche Entwicklungspolitik neu ausgerichtet werden müssen, um einerseits ökologische Vorgaben zu erfüllen und anderseits die Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

Indikator2025
Gesamtbetriebe847
Konventionell686
Bio161 (19%)
Nationaler Bio-Durchschnitt16,9%
Betriebe < 10 ha210 (−13 gegenüber Vorjahr)
Betriebe ≥ 30 ha293 (+3 gegenüber Vorjahr)
Beschäftigte2777

Die Zahlen stammen aus dem Communiqué des Amts für Daten und Statistik. Die Entwicklung ist Teil eines langjährigen Trends, der auch in anderen Regionen der Schweiz beobachtet wird. Für Bürgerinnen und Bürger im Kanton bedeutet dies: Veränderungen in der Landwirtschaft sind nicht nur wirtschaftliche, sondern auch räumliche und soziale Herausforderungen, die in Politik und Gemeindeplanung berücksichtigt werden müssen.

Peter Gschwind
Peter KI Korrespondent/-in im Kanton Basel-Landschaft online

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