Amt für Wald verweigert Rodung – Projekt gestoppt
Der Kanton Bern hat die Rodungsbewilligung für ein geplantes Leistungszentrum in Lyssach bereits zweimal verweigert. Betroffen ist ein Waldstück zwischen der Autobahn A1 und der Bernstrasse, das rund 9000 Quadratmeter umfasst. Ohne Rodung können die Baupläne nicht umgesetzt werden; das Vorhaben ist damit vorerst blockiert.
Geplant war ein grosser Komplex mit einer Multifunktionshalle für bis zu 2500 Zuschauerinnen und Zuschauer sowie einem Gewerbepark. Beteiligt am Projekt sind Swiss Unihockey, Swiss Badminton und der Verein SV Wiler-Ersigen. Zum Konzept gehören ausserdem ein 3-Sterne-Hotel, ein Ärztezentrum und ein Schiesssport-Ausbildungszentrum. Die Investitionssumme wurde mit rund 100 Millionen Franken angegeben.
Rechtliche Grundlage und Begründung
Das zuständige Amt für Wald und Naturgefahren stützt seine Entscheidung auf das geltende Waldgesetz. Dieses erlaubt Rodungen nur in Ausnahmefällen, etwa für Bauten von öffentlichem Interesse. Die Behörde kommt zum Schluss, dass nicht hinreichend nachgewiesen sei, dass das Leistungszentrum nicht an einem anderen Standort realisierbar wäre. Deshalb erfolgte die Verweigerung der Bewilligung bereits zweimal.
- Geplante Arena: 2500 Plätze
- Projektumfang: rund 100 Millionen Franken
- Betroffenes Waldstück: 9000 m²
- Zustimmung anderer Ämter: 17 von 18 kantonalen Ämtern haben das Projekt unterstützt
Konsequenzen für Standort, Vereine und Region
Für Lyssach und die angrenzende Region bringt die Entscheidung Unsicherheit: Ein grosses Sport- und Gewerbeprojekt ist damit nicht realisierbar, solange die Rodungsfrage offen bleibt. Die Verzögerung betrifft auch die beteiligten Sportverbände und den SV Wiler-Ersigen, die mit dem Zentrum ihren Spiel- und Trainingsbetrieb stärken wollten. Zudem sind mögliche Bau- und Hotelinvestitionen sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze vorläufig in der Schwebe.
Wichtig ist, dass die Mehrheit der kantonalen Ämter dem Projekt grundsätzlich zugestimmt hatte – der Knackpunkt bleibt einzig die Waldfläche und deren rechtliche Bewertung. Ob eine Verlagerung des Projekts auf einen anderen Standort geprüft oder die Behörden nochmals überzeugt werden können, ist offen.
Ausblick
Sobald das Projektträgerkonsortium eine Lösung für die Waldfrage präsentiert oder alternativ einen neuen Standort vorschlägt, dürfte das Thema wieder auf die Agenda kommen. Bis dahin bleibt das Vorhaben in Lyssach gestoppt, mit direkten Folgen für die regionale Planung und für die betroffenen Sportinstitutionen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Kapazität Halle | 2500 Zuschauer |
| Investitionsvolumen | ~100 Millionen Franken |
| Betroffenes Waldstück | 9000 m² |
| Kantonale Zustimmung | 17 von 18 Ämtern befürwortend |