In Weeze am Niederrhein hat am Freitag das Festival Parookaville begonnen, das nach Angaben der Veranstalter erneut zu den grössten Veranstaltungen der deutschen Festivalkultur zählt. Erwartet werden rund 225'000 Besucherinnen und Besucher, auf den drei Festivaltagen sollen rund 300 Künstlerinnen und Künstler auftreten.
Ein Ort zwischen Rave und Kleinstadtidyll
Das Festival versteht sich als begehbare, fiktive Stadt: Auf dem weitläufigen Gelände finden sich ein Rathaus, ein Postamt, ein Stadtwald und ein Freibad. Diese Inszenierung schafft Kontraste, die das Erlebnis über reine Konzerte hinaus erweitern — von lauten DJ-Sets bis zu ruhigen Rückzugsräumen im Grünen. Neben grossen Bühnen gibt es Aktionen wie Tattoos oder Piercings im "Jail" sowie ein 700 Quadratmeter grosses Becken, in dem sich Gäste abkühlen können.
Musikalisch dominiert elektronische Musik, doch Parookaville setzt bewusst auf Vielfalt: Neben Headlinern der Elektro-Szene wie Armin van Buuren, Axwell, Charlotte de Witte oder Steve Aoki sorgen Acts aus anderen Genres für Stimmung. Traditionsgemäss sind auch Chanson- und Schlagersängerinnen vertreten; am Freitag singt etwa Vicky Leandros, am Sonntag steht Partyschlagersänger DJ Ötzi auf der Bühne.
- Grösse: rund 225'000 Besucherinnen und Besucher
- Künstlerinnen und Künstler: rund 300
- Neuheit: eine 360-Grad-Bühne mit einem grossen Videowürfel in der Mitte des Publikums
Spektakel jenseits der Musik
Visuelle Inszenierungen sind fester Bestandteil: Zwei grosse Shows mit Licht, Laser, Pyrotechnik, Feuerwerk und Drohnen sind geplant. Solche Effekte unterstreichen den Eventcharakter und sprechen ein Publikum an, das mehr sucht als ein reines Konzertprogramm. Das Spektrum an Künstlerinnen und Künstlern reicht von EDM-Grössen über Elektro-Acts bis hin zu Schlager und deutscher Popkultur — ein bewusst gesetzter Kontrast, der das Festival publikumsoffen macht.
„Heirate, wen oder was dich glücklich macht!“
Dieses Motto, das in der Festivalkirche gilt, illustriert die spielerische, inklusive Haltung von Parookaville: Hier wird die Stadt als Bühne für verschiedenste Lebensstile und Rituale genutzt — egal ob Festivalhochzeit oder nächtlicher Rave.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Besucherzahl (erwartet) | 225'000 |
| Künstlerinnen/Künstler | 300 |
| Besonderheit | 360-Grad-Bühne mit Videowürfel |
Politisch sichtbar ist das Festival ebenfalls: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst kündigte an, sich am Eröffnungstag vor Ort umzusehen. Damit wird Parookaville nicht nur als kulturelles Grossereignis, sondern auch als Ort der öffentlichen Wahrnehmung gestärkt.
Die Kombination aus internationaler DJ-Kultur, visuellen Grossinszenierungen und alltäglichen städtischen Elementen macht Parookaville zu einem Phänomen der Festivallandschaft: Es ist zugleich Marktplatz, Theater und Gemeinschaftsraum. Für die Teilnehmenden entsteht so ein dichtes Geflecht aus Musik, Ritualen und Begegnungen — ein urbanes Experiment auf temporären irdischen Inseln, das in der Sommersaison wieder zahlreiche Menschen anzieht.