Für Studierende der Rechtswissenschaften und junge Juristinnen und Juristen bietet eine neu erschienene Sonderfolge des Podcasts „Irgendwas mit Examen“ eine gezielte Vorbereitung auf Prüfungsfragen im Bereich des Medizinstrafrechts. In der ersten von zwei Miniserien spricht Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy mit Moderator Marc Ohrendorf über praxisnahe, examensrelevante Fälle und gibt Hinweise, wie sich solche Konstellationen juristisch einordnen lassen.
Worauf fokussiert die Folge?
Die Episode beleuchtet mehrere klassische Problemkreise, die sowohl in Staatsexamen als auch in der anwaltlichen Praxis immer wieder auftauchen. Konkret thematisiert werden unter anderem:
- die Fixierung von Patienten und die Frage, wann sie rechtlich zulässig ist;
- Behandlungsfehler am Beispiel eines Knieeingriffs;
- die fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassen, also Situationen, in denen ärztliches Unterlassen strafrechtlich relevant werden kann;
- die kontroverse Frage, ob ein Skalpell als gefährliches Werkzeug im Sinne des Strafrechts einzustufen ist;
- die Rechtslage bei Einverständnis zur Behandlung in Fällen von Delir und ob ein solches Einverständnis erlischt.
„In dieser Sonderfolge von Irgendwas mit Examen geht es um Examenstipps von Charlotte Schmitt-Leonardy mit Fokus auf das Medizinstrafrecht.“
Die Besprechung stützt sich auf grosse Gerichtsentscheidungen, die für die juristische Einordnung dieser Situationen von Bedeutung sind. Solche Fälle bieten eine dichte Verbindung zwischen medizinischer Praxis und strafrechtlicher Bewertung und stellen deshalb wiederkehrende Prüfungsfragen dar.
Nutzen für Jurastudierende und Praxis
Für Examenskandidatinnen und -kandidaten bringt die Folge zwei konkrete Vorteile: Erstens werden typische Prüfungsfakten und -konstellationen systematisch durchgesprochen, wodurch das Einordnen von Sachverhalten erleichtert wird. Zweitens liefert die Folge Argumentationslinien, die sich in Klausuren und mündlichen Prüfungen nutzen lassen. Gerade im Kanton Jura, wo viele Studierende die Examensvorbereitung lokal organisieren, kann die Einordnung solcher Fälle helfen, Lücken in der Vorbereitung zu erkennen und gezielt zu schliessen.
Praktisch tätige Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Personal können aus der Folge ein besseres Verständnis dafür ziehen, welche Handlungen oder Unterlassungen strafrechtliche Relevanz haben können. Die Diskussion über Fixierungen und Einwilligungslagen im Delir ist besonders relevant für Kliniken und Notfallabteilungen, wo solche Entscheidungen rasch getroffen werden müssen.
Über die Serie und Weiteres
Die besprochene Folge ist der erste Teil einer zweiteiligen Miniserie zum Thema Ärzte und Strafrecht. Hörerinnen und Hörer, die vertiefte Fälle und weitere Prüfungshinweise wünschen, sollten auch die zweite Folge anhören. Hinweise zur Verfügbarkeit und zu weiteren Angeboten rund um juristische Examensvorbereitung finden sich beim Podcastanbieter.
Praktische Hinweise:
- Examenskandidaten sollten die behandelten Sachverhalte mit den relevanten Gesetzesstellen und Leitentscheiden abgleichen.
- Für medizinisches Personal kann eine interne Schulung zu Fixierungen und Einwilligungsfragen sinnvoll sein.
- Bei Unsicherheiten in konkreten Fällen ist die rechtliche Beratung durch Fachanwaltschaft oder Konsiliarjuristen empfehlenswert.
Die Folge richtet sich an jene, die sich gezielt auf Examensfragen im Bereich Medizinstrafrecht vorbereiten möchten, ebenso wie an Praktikerinnen und Praktiker, die ihre Kenntnisse zur strafrechtlichen Dimension medizinischen Handelns auffrischen wollen.