Frauen häufiger innerhalb der Fristen erfolgreich
Nach einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamts beenden weibliche Studierende ihr Studium häufiger innerhalb der betrachteten Zeiträume als männliche Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die Auswertung basiert auf den Studienanfängerjahrgängen und umfasst unterschiedliche Studienformen: Bachelor, Master und Staatsexamen.
Bei den Bachelorstudierenden des Jahrgangs 2020 hatten nach acht Semestern 34 Prozent der Frauen einen Abschluss erreicht, von den Männern lagen in der gleichen Frist nur 25 Prozent abschlussseitig vor. Insgesamt hatten von den 510’400 Bacheloranfängerinnen und -anfängern des Jahres 2020 nach acht Semestern 30 Prozent abgeschlossen.
Auch im Master- und Staatsexamen-Bereich höhere Frauenquoten
Bei den Masteranfängerinnen und -anfängern des Jahrgangs 2020 zeigt sich ein ähnliches Bild: Nach sechs Semestern hatten 53 Prozent der weiblichen Studierenden ihren Masterabschluss, gegenüber 48 Prozent der männlichen. Insgesamt lag die Abschlussquote in dieser Gruppe nach sechs Semestern bei 51 Prozent (ausgehend von 209’100 Masteranfängerinnen und -anfängern).
Für die Staatsexamen-Studierenden (Studiendaten des Jahrgangs 2018) setzte das Amt einen Beobachtungszeitraum von zwölf Semestern an. Dort erreichten 35 Prozent der Frauen einen Abschluss, bei den Männern waren es 24 Prozent. Insgesamt lag die Quote in dieser Gruppe nach zwölf Semestern bei 31 Prozent (Basis: 54’900 Staatsexamenanfängerinnen und -anfänger).
- Bachelor (Anfang 2020): 34% Frauen vs. 25% Männer nach 8 Semestern
- Master (Anfang 2020): 53% Frauen vs. 48% Männer nach 6 Semestern
- Staatsexamen (Anfang 2018): 35% Frauen vs. 24% Männer nach 12 Semestern
| Studienart | Beobachtungszeitraum | Frauen | Männer | Gesamt (Basis) |
|---|---|---|---|---|
| Bachelor (Jahrgang 2020) | 8 Semester | 34% | 25% | 30% (510’400) |
| Master (Jahrgang 2020) | 6 Semester | 53% | 48% | 51% (209’100) |
| Staatsexamen (Jahrgang 2018) | 12 Semester | 35% | 24% | 31% (54’900) |
Die Zahlen legen nahe, dass Frauen im Mittel die formalen Studienzeiten in höherem Mass ausnutzen oder effizienter zum Abschluss kommen. Die Ursachen dafür lässt die statistische Kurzmeldung offen; mögliche Erklärungen könnten Unterschiede in Studienfachwahl, Studienverlauf, Nebenjobs, Betreuungspflichten oder Studienorganisation sein. Die Daten des Statistischen Bundesamts geben keinen direkten Einblick in diese Faktoren, zeigen aber klar den quantitativen Unterschied.
Für Studierende, Eltern und Studienberatungen sind die Informationen nützlich: Sie können bei der Planung von Studienverlauf, finanzieller Vorsorge und Beratungsangeboten helfen. Hochschulen und Bildungspolitik können die Ergebnisse als Anlass nehmen, Studienverläufe geschlechterdifferenziert zu analysieren und Unterstützungsangebote gezielt zu prüfen.
Praktisch wichtig: Wer plant, sein Studium in einer bestimmten Frist abzuschliessen, sollte frühzeitig Beratungs- und Förderangebote der Hochschule prüfen und realistische Zeitpläne erstellen. Die Statistik zeigt, dass der Studienerfolg innerhalb definierter Fristen nicht gleich verteilt ist — das sollte in Studienplanung und Förderpolitik berücksichtigt werden.