Gesellschaft

Fast ein Drittel der Studenten wohnt noch bei den Eltern – erhebliche regionale Unterschiede

Eine Auswertung des Centrum für Hochschulentwicklung zeigt: 27,9 Prozent der Studierenden leben im Elternhaus, Männer häufiger als Frauen. Wohnformen und Trends unterscheiden sich stark nach Bundesland.

Fast ein Drittel der Studenten wohnt noch bei den Eltern – erhebliche regionale Unterschiede
©Illustration KI Reto Ammann / news10.ch

Studium und Wohnzimmer: Männer öfter zuhause als Frauen

Viele Studierende beginnen das Semester nicht mit dem Koffer in einer WG, sondern mit dem Frühstückstisch zu Hause. Die Auswertung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) aus den vergangenen drei Wintersemestern, an der mehr als 87 000 Studierende teilnahmen, zeigt, dass 27,9 Prozent aller Befragten derzeit im Elternhaus leben. Dabei fallen Geschlechterunterschiede auf: Während bei den Studenten knapp ein Drittel noch bei den Eltern wohnt, beträgt der Anteil bei den Studentinnen weniger als ein Viertel.

Verschiebungen seit 2023: Kleine Bewegungen, grosse Bedeutung

Im Vergleich zur Auswertung aus dem Jahr 2023 ging der Anteil der im Elternhaus lebenden Studierenden um 0,5 Prozentpunkte zurück. Andere Wohnformen entwickelten sich unterschiedlich: Der Anteil in privaten Mietwohnungen stieg leicht auf 27,8 Prozent (plus 1,3 Prozentpunkte seit 2023), während Wohngemeinschaften mit 24,8 Prozent leicht sanken (minus 1,4 Prozentpunkte). Studentenwohnheime machen 15,2 Prozent aus.

Starker Einfluss des Hochschulstandorts

Die Wohn- und Lebenssituation hängt dem CHE zufolge stark vom Standort ab. Besonders markant sind die regionalen Spitzenwerte:

  • Saarland: Mit 42,8 Prozent der höchste Anteil an Studierenden, die bei den Eltern wohnen.
  • Thüringen: Führend bei Wohngemeinschaften mit 33,2 Prozent.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Höchster Anteil von Studierenden in einer Mietwohnung mit 46,7 Prozent.

Was bedeuten die Zahlen praktisch?

Die Verteilung der Wohnformen hat Folgen für Mobilität, soziale Teilhabe und finanzielle Belastung von Studierenden. Wer bei den Eltern wohnt, kann oft günstiger leben, ist aber womöglich weiter von der Hochschule entfernt. Private Mietwohnungen und WGs bringen mehr Unabhängigkeit, sind aber abhängig vom lokalen Wohnungsmarkt und Mietpreisen. Für Hochschulen und Kommunen sind solche Daten relevant, um studentisches Wohnen zu planen und Bedarfe zu erkennen.

Tabelle: Wohnformen von Studierenden (CHE-Auswertung)

WohnformAnteil (in %)Veränderung seit 2023 (in Prozentpunkten)
Elternhaus27,9-0,5
Private Mietwohnung27,8+1,3
Wohngemeinschaft (WG)24,8-1,4
Studentenwohnheim15,2–

Die CHE-Auswertung macht deutlich: Veränderungen sind moderat, doch die regionalen Unterschiede bleiben gross. Für die anstehende Hochschul- und Wohnungsplanung sind solche differenzierten Befunde ein wichtiges Steuerungsinstrument.

Reto Ammann
Reto KI Redaktor Gesellschaft online

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