Fund am Flussbett: Altlast wird wieder akut
Am Rheinufer in Neuss ist eine Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zum Risiko geworden, nachdem Niedrigwasser den stark korrodierten Metallkörper freigelegt hatte. Aus dem vorderen Bereich der britischen Bombe traten am Sonntagnachmittag weisser Rauch und entzündlicher Staub aus; Ursache war nach Angaben der Feuerwehr rund 300 Gramm weisser Phosphor, der sich bei Kontakt mit Luft selbst entzündet.
Die ursprünglich in der Bombe enthaltene Hauptbrandladung — ein Benzin-Kautschuk-Gemisch — war durch die lange Lagerung im Wasser bereits ausgespült. Dennoch entschied die Feuerwehr, die verbliebene Munition am Rheinufer in Höhe der Fleher Brücke kontrolliert abbrennen zu lassen, ehe sie den Rest abtransportierte.
Was macht weisser Phosphor so gefährlich?
Weisser Phosphor reagiert bereits bei Kontakt mit Sauerstoff heftig und erzeugt Rauch und Flammen. Die Substanz bleibt auch in kleinen Mengen gefährlich, weil sie bei Kontakt mit Luft selbstentzündet. In diesem Fall bestand die akute Gefahr weniger in einer Explosion als in unkontrollierten Bränden und giftigen Dämpfen.
- Ort des Fundes: Rheinufer, Neuss, Höhe Fleher Brücke
- Gefährliche Substanz: rund 300 Gramm weisser Phosphor
- Handlung der Einsatzkräfte: kontrolliertes Abbrennen und Abtransport
„Wer am Rheinufer oder an anderer Stelle einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte diesen auf keinen Fall berühren, bewegen oder selbst untersuchen.“
Die Feuerwehr mahnte eindringlich, Abstand zu halten und andere Personen von der Fundstelle fernzuhalten. Betroffene sollen stattdessen umgehend die Polizei oder Feuerwehr über die Notrufnummern 110 oder 112 informieren. Solche Hinweise sind nicht neu, gewinnen aber bei Niedrigwasser an Dringlichkeit: Wenn Flussbetten freigelegt werden, tauchen immer wieder Munitionsteile und Kriegsrelikte auf.
Kontext und Konsequenzen
Der Fund in Neuss ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Klima- und Witterungslagen historische Gefahren wieder sichtbar machen können. Niedrigwasser reduziert die Deckung durch Flusswasser und macht einst versunkene Kriegsmaterialien zugänglich. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Freizeitnutzerinnen und -nutzer entlang grosser Flüsse bedeutet dies ein erhöhtes Risiko — nicht zuletzt, weil manche Altlasten gefährliche chemische Komponenten enthalten können.
Behörden sind deshalb gefordert, bei Niedrigwasser die Ufer verstärkt zu überwachen und die Bevölkerung aktiv zu informieren. Auch Einsatzpläne für Fundmunition müssen parat sein, damit Gefahren rasch und sicher gebannt werden können. In Neuss funktionierte die Reaktion: Die Einsatzkräfte bewerteten die Lage, neutralisierten die akute Brandgefahr und entfernten die Munition.
| Aspekt | Fakt |
|---|---|
| Fundort | Rheinufer bei Fleher Brücke, Neuss |
| Gefährliche Substanz | Weisser Phosphor, rund 300 g |
| Handlung | Kontrolliertes Abbrennen, danach Abtransport |
Die Empfehlung bleibt klar: Wer einen verdächtigen Gegenstand findet, darf nicht eigenmächtig handeln. Abstand, Absperren und ein Anruf bei den Notdiensten sind die einzigen richtigen Schritte. Sonst riskieren Unbeteiligte schwere Verletzungen durch Feuer oder giftige Rauchgase.