Bund will Fahrzeuge gestaffelt auf Nationalstrassen lassen
Das Bundesamt für Strassen (Astra) prüft den Einsatz von Rampendosierungen an mehr als 120 Autobahnzufahrten, vor allem in den Regionen rund um Zürich, Basel und in der Westschweiz. Ziel ist es, Staus und Auffahrunfälle auf den Nationalstrassen zu vermindern.
Verkehrsminister Albert Rösti treibt die Offensive voran, nachdem der Bund für das Jahr 2024 insgesamt 68'040 Staustunden registriert hat — das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bisher gibt es in der Schweiz nur 15 Rampendosierungen; nun plant Astra eine deutliche Ausweitung.
Widerstand der Kantone und Städte
Die geplanten Massnahmen stossen bei Kantonen und Gemeinden auf Kritik, weil sie bislang kaum in die Abklärungen einbezogen wurden. Laut interner Aktennotiz fiel die Entscheidung zur Ausweitung bereits Ende Januar 2025 — kurz nach dem Volks-Nein zum Nationalstrassenausbau. Betroffene Regionen, darunter Basel-Stadt und Schaffhausen, zeigen sich verärgert und hoffen auf eine nachträgliche Einbindung.
„Mehr Verkehr bedeutet auch zusätzliche Belastungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit“,
schreibt der Schweizerische Städteverband und hebt damit zentrale Bedenken hervor: Rampendosierungen könnten zwar den Autobahnfluss beruhigen, zugleich aber Rückstaus auf den angrenzenden Hauptstrassen verursachen und die Verkehrssicherheit im städtischen Raum belasten.
Was jetzt auf den betroffenen Gemeinden zukommt
- Prüfung von über 120 Standorten für neue Ampelanlagen durch Astra, ohne flächendeckende Konsultation der Gebietskörperschaften.
- Kritik vor allem aus Basel und Schaffhausen; Städteverband fordert stärkere Einbindung.
- Ziel der Massnahme: Reduktion von Stauzeiten und Auffahrunfällen auf Nationalstrassen.
Kurzdaten zur Ausgangslage
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Staustunden (2024) | 68'040 |
| Veränderung gegenüber Vorjahr | +20% |
| Bestehende Rampendosierungen | 15 Anlagen |
| Zur Prüfung vorgeschlagene Zufahrten | über 120 |
Für die betroffenen Kantone bedeutet die Prüfung einen engen Abstimmungsbedarf: Werden Ampeln installiert, könnte der Verkehr auf den städtischen und regionalen Strassen zunehmen. Städte und Gemeinden fordern daher, dass Astra die Folgen für Fussgänger, Velofahrende und die lokale Verkehrssicherheit umfassend prüft und die Behörden vor einer Umsetzung einbezieht.
Ob und in welchem Umfang die Rampendosierungen realisiert werden, hängt von weiteren Abklärungen und dem Dialog zwischen Bund, Kantonen und Städten ab. Klar ist: Die Massnahme zielt auf bessere Bedingungen auf der Autobahn, doch die Nebenwirkungen für das lokale Strassennetz bleiben umstritten.