Digitalisierung in Schulen als kommunale Gesamtaufgabe
Die Stadt Langenfeld hat beim Kongress BILDUNG.DIG!TAL in Essen ihr Konzept für die digitale Bildung bis 2035 vorgestellt. Anders als reine Gerätelösungen verfolgt das Modell einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die digitale Transformation als gemeinsame Aufgabe von Schulen, Schulträger und Verwaltung verstanden wird. Ziel sei es, nicht kurzfristig einzelne technische Anschaffungen zu tätigen, sondern tragfähige Strukturen zu schaffen, die Innovationen ermöglichen und digitale Lösungen langfristig im Schulalltag verankern.
Wesentliche Elemente des Ansatzes
- Verlässliche Strukturen: Klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege sollen die digitale Entwicklung steuern.
- Koordination: Enge Abstimmung zwischen Schulen, IT-Abteilungen, Gebäudemanagement und Verwaltung ist zentral.
- Standards statt Insellösungen: Gemeinsame Standards und Lösungen sollen heterogene Systeme vermeiden und die Nachhaltigkeit sichern.
Am Panel nahmen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Institutionen teil: Maike Chmielewski für die Stadt Langenfeld als Schulträgerin, Luigi Giunta aus der Schulleitung des Gymnasiums an der Gartenstraße in Mönchengladbach, Sabrina Hack vom Kommunalen Medienzentrum Köln sowie David Nethen, Leiter des Amts für Kultur und Weiterbildung der Kreisstadt Unna. Moderiert wurde die Diskussion von Udo Kempers vom Bündnis für Bildung, dem auch Langenfeld angehört.
Konsequenzen für die Umsetzung
Das vorgestellte Modell verdeutlicht, dass technische Ausstattung allein nicht ausreicht. Entscheidend seien organisatorische Voraussetzungen: Festgelegte Zuständigkeiten, nachvollziehbare Entscheidungsprozesse und abgestimmte Abläufe zwischen den beteiligten Stellen. Nur so liessen sich digitale Angebote nachhaltig betreiben und Fortschritte planbar machen. Das Panel diskutierte, wie sich kommunale Bildungsinfrastrukturen für den Zeitraum 2031 bis 2035 aufstellen sollten — ein Horizont, der Umsetzungsschritte über Jahre hinweg verlangt.
Praxisnahe Hinweise für Schulträger und Schulen
Aus der Langenfelder Präsentation lassen sich konkrete Impulse ableiten, die auch für Schweizer Gemeinden und Kantone relevant sind:
- Frühzeitige Abstimmung zwischen Schulträger, Schulleitungen und technischen Diensten schafft klare Verantwortungen.
- Einheitliche Standards erleichtern Wartung, Fortbildung und langfristige Beschaffung.
- Partizipation der Schulleitungen und Medienzentren kann Praxisnähe und Akzeptanz erhöhen.
| Akteur | Rolle im Modell |
|---|---|
| Schulträger (Langenfeld) | Strategische Planung und Ressourcenzuweisung |
| Schulen / Schulleitungen | Pädagogische Umsetzung und Schulentwicklung |
| IT / Gebäudemanagement | Technische Koordination und Infrastruktur |
| Medienzentren | Unterstützung bei Didaktik und Fortbildung |
Die Präsentation in Essen war als offener Austausch angelegt. Die dort versammelten Expertinnen und Experten betonten, dass die Transformation der Bildungslandschaft Zeit und koordiniertes Handeln benötigt. Für Gemeinden und Schulträger, die an einer nachhaltigen Digitalstrategie arbeiten, liefert das Langenfelder Modell praktische Orientierungspunkte – insbesondere die Betonung auf Strukturen, nicht Geräte.