Die Sammlung braucht geeignete Räume — und rasche Entscheidungen
Die Berliner Friedensbibliothek mit ihren rund 11.000 Bänden steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Sammlung, die bislang im Haus der Demokratie in der Greifswalder Strasse ein Zuhause gefunden hat, muss verlagert werden. Träger der Einrichtung ist die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo), die von der Kapelle der Versöhnung über die Situation informiert hat. Gefordert werden neue Räumlichkeiten innerhalb des Gebietes der Landeskirche, die eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit gewährleisten können.
Die Friedensbibliothek ist mehr als ein Bücherlager: Sie enthält thematisch breit gefächerte Bestände — ein Spiegel kultureller, politischer und theologischer Debatten. Zu den Schwerpunkten gehören Geschichte und Politik, Erziehung und Psychologie, Fotografie und Kunst sowie Theologie, Philosophie und Soziologie, ergänzt durch Kinder- und Jugendliteratur. Zugleich dokumentiert die Sammlung eine historische Funktion: In den 1980er- und 1990er-Jahren war sie stark frequentiert, weil viele darin versammelten Titel in der DDR schwer zugänglich waren und teilweise mit längeren Wartelisten einhergingen.
- Umfang: rund 11.000 Bände
- Regalmeter: ca. 30 laufende Meter Bücher, zusätzlich 25 Regalmeter Archiv
- Träger: Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo)
- Aktueller Standort: Haus der Demokratie, Greifswalder Strasse
Konservatorische Anforderungen und kulturpolitische Bedeutung
Die Suche nach neuen Räumen ist nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern vor allem der Bewahrung: Eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind Voraussetzung, um Papier- und Buchbestände fachgerecht zu konservieren. Ohne geeignete klimatische Bedingungen drohen Schäden, die den Wert und die Nutzbarkeit der Sammlung nachhaltig beeinträchtigen könnten. Damit steht nicht allein eine kirchliche Sammlung auf dem Spiel, sondern ein öffentliches Kulturgut mit wissenschaftlicher und bildungspolitischer Relevanz.
Die Tatsache, dass die Bibliothek bereits 1985 offiziell eröffnet wurde und bis in die 1990er-Jahre eine hohe Nutzung verzeichnete, unterstreicht ihren historischen Stellenwert. Besonders in der Zeit der deutschen Teilung enthielt sie Titel, die in der DDR schwer erhältlich waren — eine Funktion, die aus heutiger Perspektive Quellen- und Erinnerungskultur wertvoll ergänzt.
Was nun zu tun ist
Nun kommt es auf die Landeskirche und mögliche Partner an, rasch passende Räume bereitzustellen oder alternative Lösungen zu finden. Dabei sind mehrere Aspekte zu beachten:
| Aspekt | Zitat aus den Angaben |
|---|---|
| Standortanforderung | Räume auf dem Gebiet der Landeskirche |
| Konservatorik | konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit |
| Bestandsumfang | rund 11.000 Bände; 30 lm Bücher, 25 lm Archiv |
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die kirchlichen Stellen, eventuell unterstützt durch kommunale oder staatliche Kulturbehörden, eine tragfähige Lösung finden. Der Erhalt der Friedensbibliothek wäre mehr als eine logistische Aufgabe: Es ginge um die Bewahrung einer Quelle für Forschung, Erinnerung und zivilgesellschaftlichen Austausch.