Neues Forum für Baukultur im Zeughaus Teufen
Im obersten Saal des Zeughauses Teufen fand kürzlich die Premiere des Formats «Langer Tisch» statt. Trotz eines langen Tisches reichte der Platz nicht: Die Veranstaltung stiess auf grosses Interesse, sodass zusätzliche Stühle im Raum verteilt werden mussten. Der Anlass will die Baukultur in Appenzell Ausserrhoden fördern und die baulichen Resultate in der Kulturlandschaft verbessern.
Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Landschaftsarchitektur, Planung und Verwaltung zeigten sechs Bauprojekte aus dem Appenzellerland; beteiligt waren mehrere Architektinnen und Architekten sowie eine Landschaftsarchitektin. Die Organisatoren betonen, der Erfolg eines Projekts hänge massgeblich von der Qualität der Zusammenarbeit aller Akteure ab. Deshalb müsse der Dialog frühzeitig, vor Beginn eines Projekts einsetzen, um bessere Resultate zu erzielen.
Rolle des «Langen Tisches» und Vorgeschichte
Der Anlass versteht sich als ein Forum, das Fachleute, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie interessierte Laien aus dem ganzen Appenzellerland zusammenbringt. Damit tritt er in die Nachfolge früherer Initiativen zur Baukultur; als erwähnenswerter Vorläufer gilt das Projekt «Bauen im Dorf» der Ausserrhodischen Kulturstiftung aus den Jahren 2010 bis 2011, das seinerzeit Akzente setzte. In den letzten Jahren sei der Dialog jedoch eingeschlafen, so die Initiantinnen und Initianten.
«Ein Bau steht und fällt mit der Qualität der Zusammenarbeit der Akteure, der Dialog muss daher vor dem Projekt einsetzen.» – Beat Müller
Das Veranstaltungsformat ist bewusst klein gehalten, auch wegen begrenzter öffentlicher Mittel, und soll künftig regelmässig stattfinden. Geplant ist, dass der «Lange Tisch» zweimal jährlich tagt und offensteht nicht nur für Berufsleute, sondern auch für Verwaltungsstellen beider Appenzell und interessierte Laien, wie Thomas Künzle aus dem Kernteam ergänzte.
Konkrete Ziele und mögliche Folgen für Gemeinden
Die Initianten verfolgen damit mehrere konkrete Ziele, die direkten Einfluss auf die Gemeinden im Kanton haben können:
- Frühzeitiger fachlicher Austausch soll Fehlplanungen und ungeeignete Baukörper in der Kulturlandschaft reduzieren.
- Vernetzung von Planenden und Behörden kann Entscheidungsprozesse beschleunigen und Abstimmungsfehler vermeiden.
- Ein offenes Forum soll die Sensibilisierung der Bevölkerung für Baukultur steigern und lokale Akteure einbeziehen.
Für Gemeinderäte und Planungsverantwortliche bietet der Anlass eine Plattform, um Projekte vorzustellen, Rückmeldungen zu erhalten und von Erfahrungen anderer Gemeinden zu lernen. Für private Bauherrschaften kann dies langfristig zu besser abgestimmten Bauvorhaben führen – mit Folgen für Ortsbild, Lebensqualität und Unterhaltskosten.
Organisation und Ausblick
Das Kernteam um Initianten wie Beat Müller und Thomas Künzle plant, den Anlass weiterzuführen und in kleinerem Rahmen zu betreiben, um trotz begrenzter öffentlicher Mittel den Dialog lebendig zu halten. Offen ist, wie schnell sich konkrete Veränderungen in der Baupraxis einstellen; der erste Abend zeigte jedoch, dass Interesse und Gesprächsbedarf vorhanden sind.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Ort | Zeughaus Teufen |
| Präsentierte Projekte | 6 Bauprojekte (Architektinnen/Architekten & eine Landschaftsarchitektin) |
| Frequenz | 2 x jährlich |
| Vorgängerprojekt | «Bauen im Dorf» (2010–2011) |
Für Gemeinden und Bauinteressierte im Kanton empfiehlt es sich, die weitere Planung des «Langen Tisches» zu verfolgen und bei künftigen Anlässen mitzumachen. Ein frühzeitiger Einbezug in Diskurse zur Baukultur kann helfen, teure Nachbesserungen zu vermeiden und das Ortsbild nachhaltig zu stärken.