Stellungnahme und Bedeutung
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat die Arbeiten für die Etappen 2 bis 6 der Deponie Gmünden im Bereich Teufen vergeben. Ziel der kantonalen Initiative ist es, die kurzfristige und mittelfristige Verfügbarkeit von Deponievolumen für sauberen Aushub und Inertstoffe sicherzustellen. Hintergrund ist ein seit Längerem beobachteter Engpass an regional verfügbaren Deponiekapazitäten, der zu steigenden Preisen und damit zu höheren Baukosten führt.
Wer führt die Arbeiten aus und wie hoch sind Aufwand und Volumen?
Die kantonale Tiefbaukommission vergab den Auftrag an eine Arbeitsgemeinschaft lokaler Firmen: Implenia / Hörler / Preisig aus Teufen, die bereits Etappe 1 realisiert hat. Insgesamt gingen vier Angebote ein; der Zuschlag umfasst ein Arbeitsvolumen von rund 4 Millionen Franken. Die ausgeschriebenen Etappen umfassen ein Schüttvolumen von rund 225'000 m3, wobei der Kanton einen Teil als Reserve für eigene Bauvorhaben zurückbehält. Das Gesamtvolumen der Deponie Gmünden beträgt im Festmass rund 330'000 m3.
| Position | Angabe |
|---|---|
| Gesamtvolumen Deponie | ~330'000 m3 |
| Ausgeschriebene Etappen 2–6 | ~225'000 m3 |
| Auftragsvolumen | ~4 Mio. CHF |
| Voraussichtliche Fertigstellung/Rekultivierung | 2034–2036 |
Kontext und lokale Auswirkungen
Seit Herbst 2023 betreibt der Kanton Gmünden auf eigenem Boden als zusätzliche Kapazität für sauberen Aushub und Inertstoffe. Etappe 1 steht kurz vor dem Abschluss; mit der Vergabe der weiteren Etappen soll die Deponie schrittweise bis zur Fertigstellung entwickelt und rekultiviert werden. Für Bauherren, Planer und Unternehmen im Kanton ist das von direkter Bedeutung:
- Es sollen wieder verlässlichere Kapazitäten für Aushub zur Verfügung stehen, was kurzfristig Preisdruck auf dem Recycling- und Deponiemarkt mildern kann.
- Eine stabile regionale Deponieinfrastruktur trägt dazu bei, dass Bauvorhaben im Kanton nicht unnötig verteuert oder verzögert werden.
- Die Vergabe an eine lokale Arbeitsgemeinschaft stärkt regionale Arbeitsplätze und Know-how bei der Bauausführung und beim Betrieb.
Zeithorizont und Ausblick
Das kantonale Tiefbauamt geht davon aus, dass die Arbeiten erstreckt bis zur Phase der Rekultivierung und endgültigen Fertigstellung durchgeführt werden; der Zeitrahmen liegt zwischen 2034 und 2036. Damit handelt es sich um eine langjährige Infrastrukturinvestition, die das regionale Deponieangebot über die nächsten Jahre sichern soll.
Was bedeuten die Entscheide praktisch für die Bevölkerung?
Private Bauherrschaften und Unternehmen im Kanton können mittelfristig mit stabileren Bedingungen bei der Entsorgung von Aushub rechnen. Das kann sich auf die Kosten und die Planbarkeit von Bauprojekten auswirken. Zudem ist die Nutzung kantonseigener Flächen eine politische Entscheidung, die das kantonale Instrumentarium zur Sicherstellung kritischer Infrastruktur erweitert. Die Vergabe an lokale Firmen fördert darüber hinaus die regionale Wirtschaftskraft.
Weitere Informationen sind beim kantonalen Tiefbauamt erhältlich; die offizielle Pressemitteilung des Regierungsrats dokumentiert die Eckdaten der Vergabe und des Zeitplans.