Blitz trifft Herde: Ein Gewitter mit verheerender Bilanz
In der Nacht auf Freitag hat ein Blitzschlag auf der Alp Eggerhorn im Binntal (Kanton Wallis) eine Schafherde schwer getroffen. Nach Angaben der betroffenen Besitzer kamen dabei 97 Schwarznasenschafe ums Leben; etwa 80 Tiere überlebten das nächtliche Gewitter.
Die toten Tiere seien am Freitag per Helikopter aus dem Alpgebiet ausgeflogen worden, teilte Keystone-SDA unter Berufung auf einen der betroffenen Halter mit.
"Die fast hundert Tierkadaver seien am Freitag per Helikopter ausgeflogen worden, sagte einer der betroffenen Besitzer am Freitagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA."
Schwarznasenschaf: mehr als nur Nutztier
Das Schwarznasenschaf gilt im Wallis als lebendiges Kulturgut. Für Züchter und die Region bedeutet ein derartiger Verlust nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein emotionales und kulturelles Problem. Die Tiere sind eng mit der alpinen Bewirtschaftung und dem Landschaftsbild verbunden.
- Ort: Alp Eggerhorn, Binntal (Kanton Wallis)
- Getötete Tiere: 97
- Überlebende Tiere: rund 80
- Massnahme: Kadaver per Helikopter abtransportiert
Kontext: Gewitter als unterschätzte Gefahr
Blitzschläge in alpinem Gelände sind selten, aber nicht unbekannt. Bereits 2014 waren im Wallis Dutzende Ziegen durch Blitzschlag gestorben, wie die Meldung erinnert. Für Alpenbetriebe bedeutet das: Unvorhersehbare Unwetterereignisse können Herden schlagartig dezimieren und die laufenden Saisonpläne empfindlich stören.
Praktische Schutzmöglichkeiten gegen direkte Blitzeinschläge sind in offenen Alpweiden begrenzt. Oft bleibt die Frage, wie sich Hirten in Zukunft besser schützen oder Herden bei drohender Unwetterlage rascher zusammengetrieben werden können — insbesondere nachts, wenn Tiere verteilt liegen.
| Fakt | Zahl |
|---|---|
| Getötete Schwarznasenschafe | 97 |
| Überlebende Tiere | ~80 |
Für die betroffenen Halter bleibt die Lage schwerwiegend: Neben dem direkten Tierverlust fallen logistische und finanzielle Aufwände an — vom Abtransport der Kadaver bis zu Betreuung und Versorgung der Überlebenden. Ob und in welchem Umfang Versicherungen greifen oder kantonale Hilfen mobilisiert werden, ist derzeit nicht bekannt.
Der Vorfall ist eine eindringliche Erinnerung daran, wie verwundbar traditionelle Alpenwirtschaft gegenüber extremen Wetterereignissen ist — und dass der Schutz von Kulturgut wie dem Schwarznasenschaf nicht nur Züchter, sondern auch Behörden und die Öffentlichkeit beschäftigt.