Tradition trifft Neuaufbruch
Der Eidgenössische Armbrustschützenverband (EASV) reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen und altersbedingten Nachwuchsmangel mit einem klaren Strategiewechsel: Statt auf Bewahrung allein zu setzen, will der Verband seine Sportart aktiv neu positionieren. Im Zentrum stehen mehr Probetrainings, Teamevents und ein frischer Auftritt.
Warum jetzt ein Wandel?
Die Ausgangslage ist eindeutig: Der Alltag vieler Menschen ist geprägt von ständiger Erreichbarkeit, digitalen Ablenkungen und hohem Tempo. Der Armbrustsport setzt bewusst gegensätzliche Akzente — Ruhe, Fokus und Präzision. Um diese Werte einem breiteren Publikum zu vermitteln, hat sich der EASV extern Hilfe geholt und gemeinsam mit der Basler Agentur -TNER einen neuen Auftritt entwickelt. Entscheidend war dabei, die Kultur des Schiessstands zu verstehen und nicht nur eine grafische Runderneuerung vorzunehmen.
Konkrete Massnahmen
- Probetrainings für Neugierige, um Hemmschwellen abzubauen
- Teamevents, um die Gemeinschaft und den sozialen Aspekt hervorzuheben
- Verbesserte Kommunikation und frisches Erscheinungsbild mit Blick auf jüngere Zielgruppen
Der Verband betont, dass solche Schritte notwendig seien, um den Sport langfristig zu sichern und relevanter zu machen — sowohl im Breitensport als auch im Spitzensport.
«Wir haben erkannt, dass wir etwas verändern müssen», sagt Verbandspräsident Martin Schneider.
Struktur, Erfolge und Herausforderungen
Der EASV vertritt rund 1'400 aktive Schützen in der Schweiz und organisiert nationale Grossanlässe wie das Eidgenössische Armbrustschützenfest. Trotz begrenzter finanzieller Mittel und Milizstrukturen zählen Schweizer Armbrustschützen international zur Spitze und gewinnen regelmässig Europa- und Weltmeistertitel. Der Verband unterstützt das Nationalkader, fördert den Nachwuchs und setzt Sicherheitsstandards durch.
| Aspekt | Situation |
|---|---|
| Mitglieder | ~1'400 aktive Schützen |
| Schwerpunkte | Probetrainings, Teamevents, Nachwuchsförderung |
| Partner | Agentur -TNER |
Ausblick
Mit der Neupositionierung will der EASV die Qualitäten des Armbrustsports — Ruhe, Technik und Gemeinschaft — stärker in den Vordergrund rücken und neue Zielgruppen ansprechen. Ob die Massnahmen die Abwärtsspirale bei Mitgliederzahlen stoppen können, wird sich an der Resonanz der Probetrainings und der Fähigkeit zeigen, jüngere Menschen nachhaltig zu begeistern. Gelingt dies, könnte eine traditionsreiche, bisher oft unterschätzte Schweizer Sportart wieder an Sichtbarkeit und Breite gewinnen.