Marokko ist am WM-Viertelfinal gegen Frankreich gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Mohamed Ouahbi unterlag am späten Donnerstagabend Schweizer Zeit mit 0:2 und blieb dabei offensiv weitgehend harmlos: Die Marokkaner verzeichneten lediglich einen Schuss aufs französische Tor während der regulären Spielzeit. Trotz der klaren Niederlage zeigen sich Spieler und Staff vorsichtig optimistisch und richten den Blick auf die längerfristige Entwicklung.
Fehlende Durchschlagskraft gegen den Favoriten
Gegen das Team von Didier Deschamps konnten die Marokkaner kaum Akzente setzen. Der neue Cheftrainer Ouahbi, der Walid Regragui nach dessen erfolgreichem Weg bis ins WM-Halbfinal 2022 ablöste, räumte die Überlegenheit des Gegners ein und sprach offen über die Enttäuschung im Team. Er betonte zugleich die Notwendigkeit, an dem eingeschlagenen Kurs festzuhalten und auf Kontinuität zu setzen.
„Wir müssen weiterhin an unser Projekt glauben, unsere Arbeit fortsetzen und uns auf die Grundlagen konzentrieren.“
Ouahbi machte deutlich, dass dieses Ausscheiden die Ambitionen nicht auslöschen soll: «Wir werden weiterhin eine Mannschaft aufbauen, die um Titel kämpfen kann.» Die nüchterne Analyse nach dem Schlusspfiff war geprägt von der Erkenntnis, dass Frankreich an diesem Abend in allen Bereichen überlegen war.
Ein junger Wechselspieler verteidigt seine Wahl
Im Fokus stand auch das 18-jährige Mittelfeldtalent Ayyoub Bouaddi. Der in Frankreich geborene Spieler war bis März noch Kapitän der französischen U21-Auswahl und hatte sich erst im Mai entschieden, künftig für Marokko aufzulaufen. In der Mixed-Zone erklärte er, die Erfahrung aus dem Duell mit Frankreich werde der Mannschaft helfen, zu wachsen und gezielt an den Details zu arbeiten, die in künftigen Wettbewerben den Unterschied ausmachen.
„Wir wissen, was wir verbessern müssen, um noch stärker zurückzukommen.“
Bouaddi betonte zudem, dass er seine Entscheidung, für das Herkunftsland seiner Eltern zu spielen, nicht bereue: «Ich habe immer gesagt, dass es eine Entscheidung aus dem Herzen war.» Seine Worte zeugen von persönlicher Überzeugung trotz des bitteren Ausgangs des Turniers für sein Team.
- Marokko verlor das WM-Viertelfinalspiel gegen Frankreich mit 0:2.
- Die Mannschaft registrierte nur einen Schuss aufs Tor während der 90 Minuten.
- Ayyoub Bouaddi, 18, war bis März Kapitän der französischen U21 und wählte im Mai Marokko.
Das frühe Ausscheiden wirft Fragen zur weiteren Kaderentwicklung und zur taktischen Ausrichtung auf. Ouahbis Forderung nach einer langfristigen Perspektive deutet an, dass Marokko nicht nur kurzfristig reagieren will, sondern eine nachhaltige Struktur anstrebt, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Für junge Spieler wie Bouaddi ist das Turnier eine intensive Lehrstunde: internationaler Druck, unterschiedliche Spielphilosophien und die Notwendigkeit, sich auf hohem Niveau zu behaupten.
| Datum/Uhrzeit | Spätes Donnerstagabend (Schweizer Zeit) |
|---|---|
| Spiel | Frankreich – Marokko |
| Resultat | 0:2 |
| Marokkos Torschüsse aufs Ziel | 1 |
Für Marokko bleibt die Aufgabe, die Erkenntnisse aus der Partie zu verarbeiten und in die Arbeit an den «Grundlagen» zu übersetzen, wie Ouahbi es formulierte. Für Bouaddi persönlich bedeutet das Ausscheiden trotz allem keinen Rückschritt in seinem persönlichen Weg — seine Entscheidung, das Trikot Marokkos zu wählen, bleibt für ihn eine Herzensangelegenheit und Teil eines langfristigen Projekts.