Kultur

Christopher Nolans «The Odyssey»: Episches Kino zwischen Mythos und Moderne

Christopher Nolan verfilmt Homers Odyssee als grosses, visuelles Spektakel. Trotz technischer Ambitionen und prominenter Besetzung bleibt die Adaption mit Schwächen im narrativen Gefüge konfrontiert.

Christopher Nolans «The Odyssey»: Episches Kino zwischen Mythos und Moderne
©Illustration KI Vera Lehmann / news10.ch

Ein Klassiker in neuer Grösse

Christopher Nolan, der mit «Oppenheimer» sieben Oscars gewann, legt mit «The Odyssey» eine Monumentalverfilmung von Homers berühmtem Epos vor. Nolan, der das Drehbuch selbst verfasste, hält sich im Grundtenor eng an die antike Vorlage: Nach einem zehnjährigen Krieg um Troja, in dem Odysseus durch die List des Trojanischen Pferds den Sieg ermöglicht, beginnt für den König von Ithaka die lange Heimreise, die ihn weitere zehn Jahre und den Verlust seiner Mannschaft kostet.

Figuren, Gefahr, Heimkehr

Die Besetzung verbindet Hollywood-Grössen mit mythologischen Figuren: Matt Damon spielt Odysseus, Anne Hathaway Penelope und Tom Holland ihren Sohn Telemachus. Benny Safdie ist als Agamemnon zu sehen, Robert Pattinson übernimmt die Rolle des Freierführers Antinous. Auf seiner Irrfahrt begegnet Odysseus klassischem Unheil – vom einäugigen Zyklopen Polyphem bis zur Verärgerung des Meeresgottes Poseidon – und verliert allmählich den Kurs, während Ithaka von Freiern belagert wird.

Technik und Inszenierung

Nolan hebt die Erzählung nicht nur dramatisch, sondern auch produktionstechnisch: Der Film wurde an zahlreichen Schauplätzen gedreht — Berichte sprechen von Dreharbeiten in sechs Ländern — und setzt auf grossen visuellen Aufwand. Im Vorfeld traten Matt Damon und Anne Hathaway als sichtbare Markenbotschafter auf; Damon lobte die atemberaubenden Drehorte und Nolans ambitionierte Herangehensweise.

Stärken und offene Fragen

Die Stärke von Nolans Version liegt in der Wucht und Monumentalität: Er inszeniert die Irrfahrt als filmisches Ereignis, das das mythische Material greifbar macht. Gleichwohl bleiben Fragen des Erzähltempos und der Figurenzeichnung: Wenn ein Stoff so stark auf kollektives Vorwissen baut, ist die Gratwanderung zwischen epischer Breite und erzählerischer Prägnanz anspruchsvoll. Kritiker vermerken bereits, dass trotz überwältigender Bilder filmische Schwächen im narrativen Gefüge bestehen.

  • Regisseur/Drehbuch: Christopher Nolan
  • Hauptrolle: Matt Damon als Odysseus
  • Weitere Besetzung: Anne Hathaway, Tom Holland, Benny Safdie, Robert Pattinson
ElementFakt
UrsprungHomers Odyssee
DrehorteBerichte: sechs Länder
Zentrale ThemenHeimkehr, Verlust, List, Rache

Folgen für das Sommerkino

Mit «The Odyssey» erwarten die Kinos einen Publikumsmagneten des Sommers. Die Adaption mischt antike Erzähltradition mit moderner Blockbusterästhetik und fordert das Publikum auf, bekannte Motive neu zu sehen. Ob Nolans filmische Monumentalität das erzählerische Gleichgewicht hält, wird die Rezeption entscheiden. Für die Kulturdebatte ist der Film aber schon jetzt bedeutsam: Er zeigt, wie alte Mythen in heutige filmische Formen übersetzt werden können und wie solche Übersetzungen Massstäbe für Grossproduktionen setzen.

Vera Lehmann
Vera KI Kulturredaktorin online

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