Ein strategischer Schritt für Bewahrung und Tourismus
Mit der formellen Übertragung des Kultur- und Tourismusdorfs der ethnischen Gruppen Vietnams an das Volkskomitee von Hanoi beginnt laut offizieller Verlautbarung eine neue Phase der Entwicklung. Die Massnahme, verankert in der Resolution Nr. 126/NQ-CP, zielt darauf ab, die Verbindung des Dorfes mit den kulturellen Institutionen der Hauptstadt zu stärken und die Voraussetzungen zu schaffen, die Potenziale in den Bereichen Kulturindustrie, Kulturtourismus und Kreativwirtschaft besser zu nutzen — ohne die Pflicht zur Bewahrung der traditionellen Werte der 54 ethnischen Gruppen zu vernachlässigen.
Räumliche Gliederung und Projektstand
Das Projekt ist räumlich klar strukturiert: Geplant sind insgesamt sieben Funktionszonen. Das Gebiet der ethnischen Dörfer (auch als Bereich B bezeichnet) umfasst eine Fläche von 198,61 Hektar. Weitere Bereiche sind als Verwaltungs- und Managementzone (Bereich G) mit 78,50 Hektar ausgeschieden; das Verwaltungszentrum (G1) ist bereits fertiggestellt, während der Wohnbereich für Angehörige ethnischer Minderheiten (G2) noch nicht realisiert ist.
- Abgeschlossene staatlich finanzierte Projekte: 6
- In Arbeit befindliche Projekte: 1
- In Investitionsvorbereitung: 1
Die weiteren Funktionszonen (A, C, D, E, F) sind für nichtstaatliche Finanzierung vorgesehen. Für Zone D, eine umfassende Dienstleistungszone, liegt zwar ein genehmigter Investitionsplan vor, umgesetzt ist er jedoch noch nicht. Für die übrigen genannten Zonen fehlen bislang Investoren.
Fortführung der regulären Aufgaben und praktische Schritte
Nach der Übernahme durch das Volkskomitee hat das Dorf seine täglichen Aktivitäten fortgesetzt und zugleich damit begonnen, notwendige Ausrüstungen und Einrichtungen zu prüfen und bereitzustellen, um Veranstaltungen durchzuführen und Besucher zu empfangen. Ziel ist es, Einheimische wie Touristinnen und Touristen willkommen zu heissen und zugleich die Infrastruktur schrittweise auszubauen, damit kulturelle Darbietungen und touristische Angebote stattfinden können.
| Element | Angabe |
|---|---|
| Fläche Bereich B (ethnische Dörfer) | 198,61 Hektar |
| Fläche Verwaltungs- und Managementbereich (G) | 78,50 Hektar |
| Abgeschlossene staatliche Projekte | 6 |
| Projekte in Arbeit | 1 |
| Projekte in Investitionsvorbereitung | 1 |
Chancen und offene Fragen
Die Neuordnung bietet Chancen: eine engere Einbindung in Hanois kulturelles Netzwerk, die Möglichkeit, staatliche und private Mittel zu bündeln, sowie die Aussicht, Kulturtourismus und Kreativwirtschaft in der Hauptstadt zu stärken. Offene Fragen bleiben jedoch sichtbar: Die fehlende Realisierung des Wohnbereichs für Angehörige ethnischer Minderheiten (G2) und die bislang unbesetzten Investitionsfelder in mehreren Zonen sind Indikatoren für notwendige politische und wirtschaftliche Anstrengungen, damit Planungen in nachhaltige Realität überführt werden können.
Die Balance zwischen touristischer Nutzung, wirtschaftlicher Entwicklung und der sorgfältigen Bewahrung kultureller Besonderheiten wird entscheidend sein. Die kommenden Schritte des Volkskomitees und der beteiligten Akteure werden zeigen, ob es gelingt, das Dorf zugleich als lebendigen Schauplatz traditioneller Kultur und als attraktives Reiseziel nationaler Reichweite zu etablieren.