Die Kantonspolizei Aargau führt ab kommender Woche einen Feldtest mit einer Drohne der neuesten Generation durch. Im Mittelpunkt steht eine sogenannte VTOL‑Drohne (Vertical Take‑Off and Landing), die senkrecht starten und landen kann, im Flug jedoch die Reichweite und Geschwindigkeit eines Starrflüglers bietet. Ziel des Tests ist zu prüfen, wie solche Systeme die polizeiliche Lagebeurteilung und die Einsatzbewältigung insbesondere bei Fahndungen und der Vermisstensuche verbessern können.
Warum die neue Generation?
Drohnen sind in der Aargauer Polizei bereits Teil des Einsatzalltags: Sie liefern Luftaufnahmen bei Unfallstellen, unterstützen bei Großveranstaltungen und helfen bei Fahndungen. Die bisher verwendeten Modelle stoßen jedoch bei Reichweite und Akkulaufzeit an Grenzen. Die Polizei schreibt, dass es künftig wichtig sei, «bei Fahndungen oder bei der Vermisstensuche länger am Stück in der Luft zu bleiben».
«Mit Blick in die Zukunft müssen wir die Fähigkeit erlangen, bei Fahndungen oder bei der Vermisstensuche länger am Stück in der Luft zu bleiben»
Bei dem nun geplanten Feldtest wird die Drohne mit handelsüblichen optischen Sensoren sowie Nachtsichtsensoren ausgerüstet und von einem Operator ferngesteuert. Laut Mitteilung soll das Gerät jeden Ort im Kanton rasch erreichen können und über längere Zeit Bilder und weitere Informationen an die Einsatzleitung übermitteln.
Organisatorisches und rechtlicher Rahmen
Der Test ist Teil eines laufenden Beschaffungsverfahrens. Aus diesem Grund macht die Polizei keine konkreten Angaben zum Modell. Begleitet wird der Feldtest durch den Hersteller aus den Niederlanden und wurde mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Damit wird die Prüfung in ein formales Auswahlverfahren eingebettet, das über eine mögliche künftige Anschaffung entscheiden soll.
- Ziel: Prüfung, ob VTOL‑Drohnen die Einsatzfähigkeit verbessern.
- Ausrüstung: Optische und Nachtsichtsensoren, Fernsteuerung durch Operator.
- Kontext: Test im Rahmen einer Beschaffung; Begleitung durch Hersteller und Abstimmung mit Behörden.
Was bedeutet das für die Bevölkerung im Kanton?
Für die Bevölkerung könnte der Einsatz solcher Drohnen schnellere Reaktionszeiten bei Fahndungen und vermissten Personen bedeuten sowie eine effektivere Lageübersicht für Einsatzleitungen. Gleichzeitig bleiben Fragen zum Datenschutz, zur Zulassung von Flugräumen und zur weiteren rechtlichen Einbettung solcher Systeme zentral – Themen, die bei der Evaluation und der Beschaffung mitbedacht werden müssen. Die Polizei hat bereits betont, dass der Feldtest abgestimmt sei; nähere technische Details will sie wegen des laufenden Verfahrens nicht nennen.
| Aspekt | Heute | Mit VTOL‑Drohnen |
|---|---|---|
| Start/Landung | Meist Rollstart/landung oder begrenzte Startflächen | Senkrecht möglich, unabhängiger von Startflächen |
| Flugcharakteristik | Meist helikopterähnlich | Helikopterstart, dann flugzeuggestützte Reichweite |
| Einsatzschwerpunkte | Unfallaufnahmen, kurze Überwachungsflüge | Fahndungen, Vermisstensuche mit längerer Durchhaltezeit |
Der Feldtest wird zeigen, ob die neuen Systeme die gestellten Erwartungen erfüllen und welche organisatorischen Anpassungen nötig wären, um sie regulär in den Einsatzdienst zu integrieren. Die Kantonspolizei Aargau prüft damit aktiv Technologien, die künftig einen direkten Einfluss auf die Sicherheit und die polizeiliche Arbeit im Kanton haben könnten.