Alarmierende ÜGK-Ergebnisse: Luzern liegt im kantonalen Vergleich hinten
Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK 2024) zeichnet ein alarmierendes Bild: Im Kanton Luzern erfüllen lediglich 68 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende des ersten Zyklus die geforderten Grundkompetenzen im Fach Mathematik. Damit bildet Luzern im kantonalen Vergleich das Schlusslicht. Rund ein Drittel der Kinder weist demnach bereits am Ende der zweiten Klasse fundamentale mathematische Lücken auf.
Folgen für Unterricht und Chancengerechtigkeit
Mathematische Basiskompetenzen gelten als Voraussetzung für den weiteren schulischen Erfolg. Fehlen diese Grundlagen im frühen Schulalter, drohen dauerhafte Lernschwierigkeiten in späteren Schuljahren. Die ÜGK weist zudem auf soziale Disparitäten hin: Kinder aus sozial benachteiligten Familien erreichen die Kompetenzen deutlich seltener. Das hat Implikationen für die Ressourcenplanung in Schulen, für Förderangebote und für die Unterstützung von Familien.
- Ergebnis ÜGK 2024: 68 % der Luzerner Kinder erreichen die Mathematik-Grundkompetenzen.
- Problem: Rund ein Drittel hat am Ende der 2. Klasse zentrale Defizite.
- Handlungsbedarf: Früherkennung, gezielte Förderung und sprachsensible Konzepte sollen geprüft werden.
«Wenn bereits am Ende der zweiten Klasse jedes dritte Kind die mathematischen Grundkompetenzen nicht erreicht, dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.»
Mit einem Postulat verlangt Kantonsrat Urban Sager (SP) vom Regierungsrat, zeitnah wirksame und evidenzbasierte Massnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Vorgeschlagene Maßnahmen umfassen eine gezielte Früherkennung von Lernrückständen, die Förderung mathematischer Basiskompetenzen, einen sprachsensiblen Mathematikunterricht sowie zusätzliche Unterstützung für sozial benachteiligte Kinder. Auch erfolgreiche Ansätze aus anderen Kantonen sollen geprüft und adaptiert werden.
Was bedeutet das für Eltern und Schulen in Luzern?
Für Eltern heisst das: Aufmerksamkeit für frühe Anzeichen von Rechenschwierigkeiten ist wichtig, ebenso die Nutzung schulischer Förderangebote. Für Schulen und Behörden bedeutet es, Prioritäten zu setzen: Mehr Ressourcen für Diagnostik, Fortbildung für Lehrpersonen und gezielte Förderprogramme können kurzfristig und langfristig Wirkung zeigen. Das Postulat von Sager fordert genau solche konkreten Schritte und will, dass der Regierungsrat Bericht erstattet.
| Indikator | Wert (ÜGK 2024) |
|---|---|
| Erreichte Mathematik-Grundkompetenzen (Ende 2. Klasse) | 68 % |
| Kinder mit zentralen Lücken | Rund 1/3 |
Die ÜGK-Ergebnisse setzen nun die Politik und die Luzerner Volksschule unter Druck, schnell wirksame Massnahmen umzusetzen. Ob das Postulat den gewünschten Impuls bringt, hängt davon ab, welche konkreten, finanzierten Schritte der Regierungsrat vorschlägt und wie rasch diese in die Praxis umgesetzt werden können.