Messis Rolle vor dem Duell mit der Schweiz
Lionel Messi bleibt die zentrale Figur in Argentiniens Angriff – auch wenn ihm an dieser WM ein ungewöhnlicher Makel anhängt. Mit acht Toren ist er zusammen mit Kylian Mbappé Torschützenleader des Turniers und hat damit mehr als die Hälfte der Offensivlast seiner Mannschaft getragen: 8 der 14 Treffer Argentiniens gehen auf sein Konto. Trotzdem hat der Kapitän bereits zwei Penaltys verschossen, gegen Österreich und Ägypten, ein Umstand, der vor einem Duell mit der Schweiz wieder Fragen aufwirft.
Wer schiesst, entscheidet Messi
Am Tag vor dem Spiel stellte Trainer Lionel Scaloni unmissverständlich klar, wer das letzte Wort hat:
„Messi entscheidet, ob er schiesst“
Scaloni unterstrich damit die herausgehobene Stellung des Kapitäns: «das ganze Team unterstützt ihn», hiess es weiter. Die Verantwortung liegt offenkundig bei der Nummer 10, nicht nur in sportlichen Entscheidungen, sondern auch in der symbolischen Rolle als Führungspersönlichkeit.
Bilanz vom Penaltypunkt und Fitnessfrage
Die Statistik vom Elfmeterpunkt an Weltmeisterschaften ist für Messi überraschend: Seine Quote liegt bei 50 Prozent, er verwandelte bisher 4 von 8 Versuchen. Trotz dieser Horror-Statistik zeigte sich Scaloni unbeeindruckt von Zweifel an der Leistungsfähigkeit seines Stars. «Er rennt so viel wie immer, die Daten haben sich nicht gross verändert», sagte der 48-Jährige und schloss damit Fitnessfragen für den bevorstehenden Einsatz aus.
Scaloni und die Erfolgsgeschichte
Der Trainer geniesst inzwischen hohes Ansehen in Argentinien: Mit nunmehr neun Siegen ist Scaloni der erfolgreichste argentinische Coach an Weltmeisterschaften. Er erinnerte an einen früheren Wendepunkt in seiner Laufbahn als Trainer: Vor exakt fünf Jahren gewann Argentinien die Copa America in Rio de Janeiro, als Ángel Di María mit dem 1:0 im Maracana gegen Brasilien traf. Die Erinnerung an diese Nacht zeigt, wie eng Emotion und sportliche Verantwortung in diesem Team verknüpft sind.
Argentiniens K.o.-Runde – nicht ohne Fragen
Auch wenn das Team vor den Augen der Welt als Favorit gilt, lief im laufenden K.o.-Modus nicht alles überzeugend. Die knappen Siege gegen Kap Verde (3:2 n.V.) und Ägypten (3:2) offenbarten Schwankungen, die gegen starke Gegner wie die Schweiz den Ausschlag geben können. In dieser Gemengelage bleibt Messis Form und Entscheidungsfreude in Drucksituationen ein zentrales Thema.
Was das für die Schweiz bedeutet
Für die Schweizer Nati stellt sich vor allem eine Frage: Sollte es zum Strafstoss kommen, tritt ein Spieler an, dessen Erfahrung und Ausstrahlung kaum zu überschätzen sind – und der gleichzeitig an diesem Turnier schon zweimal scheiterte. Dass Messi selber bestimmt, ob er schiesst, macht die Situation für die Schweiz nicht einfacher: Taktik und mentale Vorbereitung müssen auf mehrere Szenarien ausgelegt sein. Die Rolle des Superstars wird damit nicht nur sportlich, sondern auch psychologisch zum Faktor.
| Fakt | Zahl |
|---|---|
| Messis Tore an dieser WM | 8 |
| Argentinien insgesamt | 14 Tore |
| Messis Elfmeter-Wertung an WM | 4/8 (50%) |
| Scalonis Siege an WMs | 9 |
- Messi bleibt die offensiv prägende Figur Argentiniens.
- Der Kapitän entscheidet selbst, ob er Penaltys schiesst.
- Scaloni ist als Trainer die nominelle Vertrauensperson geblieben.
Die Ausgangslage ist klar: Argentinien hat mit Messi einen Spieler, dessen individuelle Klasse Spiele entscheiden kann. Ob ausgerechnet ein Strafstoss gegen die Schweiz die Geschichte dieses WM-Auftritts weiterformt, liegt schliesslich an einer persönlichen Entscheidung des Spielers – und an der Art, wie die Schweizer darauf reagieren.