Ruhe in der Menge, aber hohe Einsatzdichte
Das diesjährige Openair Frauenfeld verlief aus Sicht der Behörden überwiegend ruhig und ohne schwere Gewalttaten. Der Veranstalter meldete, dass seit Donnerstag rund 105'000 Personen das Festivalgelände besucht hätten. Dank umfangreicher Sicherheits- und Schutzmassnahmen gelang es den beteiligten Organisationen nach eigener Einschätzung, den Grossanlass geordnet zu betreiben.
Einsätze und Anzeigen
Die Kantonspolizei Thurgau und weitere Einsatzkräfte begleiteten den Anlass im Schichtbetrieb. Insgesamt gingen gegen 20 Anzeigen ein; die Mehrzahl betraf Diebstähle, unter anderem wurden Besucherinnen und Besuchern Schmuck vom Hals gerissen. Weiter meldeten die Behörden:
- 9 Verhaftungen, davon drei in polizeilichem Gewahrsam
- 24 Personen wurden vom Gelände weggewiesen
- Anzeigen wegen Tätlichkeit, Drohung und Betrug
Medizinische Versorgung stark beansprucht
Die Sanitätsdienste registrierten rund 2'100 Konsultationen. Davon benötigten 256 Personen eine ärztliche Untersuchung; in 9 Fällen ordneten die Ärzte eine Spitaleinweisung zur Weiterbehandlung an. Die Feuerwehr war mit einem bewährten Einsatzkonzept präsent und unterstützte bei zwei Löscheinsätzen sowie beim medizinischen Transport.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Besucherinnen/Besucher | 105'000 |
| Sanitätskonsultationen | 2'100 |
| Ärztliche Konsultationen | 256 |
| Spitaleinweisungen | 9 |
| Anzeigen | 20 |
| Verhaftete | 9 |
Ermittlungen und offene Fragen
Bei den Festnahmen konnte Deliktsgut sichergestellt werden. Die Ermittlungen der Kantonspolizei Thurgau und der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen: Unter anderem stehen Fälle von Pyro-Zündungen in der Menschenmenge und mehrere Diebstähle im Fokus. Drei der Festgenommenen waren ausserkantonal zur Festnahme ausgeschrieben; nach einem Vorfall mit sexueller Belästigung wurde ein 29-jähriger Mann festgenommen.
Insgesamt bewerteten Veranstalter und Einsatzkräfte die Zusammenarbeit als erfolgreich. Verkehrsbehinderungen bei An- und Abreise blieben den Angaben zufolge gering, die Parkplätze waren stark genutzt. Die Bilanz zeigt: Grossanlässe dieser Grösse erfordern ein enges Zusammenspiel von Organisation, Sanität und Polizei, um sowohl das Kulturprogramm zu ermöglichen als auch Sicherheit und Versorgung zu gewährleisten.