Italien sucht in der tiefsten sportlichen Krise der letzten Jahre nach einem Neustart – und setzt dabei auf Vertrautes: Paolo Maldini, die grosse Milan-Legende und einstige Vize-Weltmeister, wurde vom nationalen Verband zum Technischen Direktor der italienischen Nationalmannschaft ernannt. Die Personalie gab die Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC) bekannt und markiert einen klaren Schritt Richtung Umstrukturierung nach dem erneuten Scheitern bei der WM-Qualifikation.
Ein Symbol für Stabilität und Erfahrung
Maldini, heute 58 Jahre alt, gilt als einer der prägenden Abwehrspieler seiner Generation. Die Verpflichtung erfolgt nach einem Jahr, in dem Italien, vierfacher Weltmeister, zum dritten Mal hintereinander die Qualifikation für die WM verpasst hat – ein Ergebnis, das im fußballbegeisterten Land als Debakel wahrgenommen wird. Mit Maldini holt sich die FIGC jemanden, der sowohl sportliche Autorität als auch Popularität mitbringt.
- Paolo Maldini: neuer Technischer Direktor bei der FIGC
- Berater: der brasilianische Weltmeister Leonardo, ehemaliger Teamkollege bei AC Mailand
- Italien hat zum dritten Mal in Folge die WM-Qualifikation verpasst
Überraschend ist die Personalie Leonardo als Maldinis Berater: Der frühere Weltmeister und Milan-Profi, der auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, soll Maldini beraten. Die beiden verbindet eine gemeinsame Vergangenheit beim AC Mailand. Ob Leonardo künftig auch formelle Funktionen im Verband übernimmt, wurde nicht mitgeteilt.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Neue Rolle Maldini | Technischer Direktor (FIGC) |
| Maldinis Alter | 58 Jahre |
| Italien im WM-Quali | Zum dritten Mal in Folge nicht qualifiziert |
| Berater | Leonardo (brasilianischer Weltmeister, ehem. Milan-Spieler) |
Offen bleibt die Frage nach der Leitung des Nationalteams: Die Position des künftigen Nationaltrainers ist laut Mitteilung der FIGC weiterhin offen. Die Ernennung Maldinis ist vor allem eins: ein klares Signal, dass der Verband die Krise nicht nur sportlich, sondern strukturell anpacken will. Maldinis Ruf, sein internationales Standing und seine Milan-Vergangenheit könnten helfen, neue Impulse zu setzen – etwa in der Nachwuchsarbeit, in der Spielerentwicklung oder in der strategischen Ausrichtung der A-Nationalmannschaft.
Die Aufgabe ist jedoch enorm: Italien muss sich nicht nur sportlich neu orientieren, sondern auch das Vertrauen der Fans und des Verbandes zurückgewinnen. Maldinis Rolle als Technischer Direktor wird deshalb weit über administrative Aufgaben hinausgehen; sie muss Vision, Autorität und die Fähigkeit verbinden, langfristige Reformen anzustossen. Ob der frühere Weltklassespieler diese Gratwanderung gelingt, wird die kommenden Monate zeigen.