In der zentralvietnamesischen Provinz Quang Tri verlagert sich der Fokus vom reinen Energiesparen hin zu einer ganzheitlichen Kultur des effizienten Energieeinsatzes. Die lokalen Unternehmen sehen Stromkosten nicht mehr allein als Posten in der Buchhaltung, sondern als entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte. Damit wird Energiemanagement zu einer strategischen Aufgabe, die Technik, Arbeitsorganisation und Schulung der Belegschaft verbindet.
Praktische Änderungen statt Produktionskürzungen
Bei ALPHA, einem Bau- und Innenausbauunternehmen, wird Energieverbrauch systematisch überwacht. Der stellvertretende Direktor Le Van Trieu beschreibt, wie das Unternehmen monatlich den Verbrauch jeder Produktionslinie analysiert, regelmäßige Wartungen durchführt und Mitarbeitende zu einfachen Verhaltensänderungen anhält: Geräte ausschalten, Tageslicht nutzen, Betriebsanweisungen befolgen. Diese Massnahmen vermindern nach Angaben des Unternehmens Energieverluste, ohne die Produktion zu drosseln, und tragen dazu bei, sowohl Kosten als auch Produktqualität zu stabilisieren.
„Wir sind überzeugt, dass Stromsparen nicht bedeutet, die Produktion zu drosseln, sondern Energie gezielt einzusetzen.“ — Le Van Trieu
Kooperative setzt auf effiziente Produktionsplanung
Auch die Quang Thuy Holzstäbchen-Kooperative unter Direktor Le Thanh Trien zeigt, wie branchenspezifische Massnahmen wirken: Da Stromkosten einen erheblichen Anteil an den Produktionskosten für Holzstäbchen haben — vor allem beim Sägen, Hobeln, Schleifen und Trocknen — wird die Produktion so geplant, dass leistungsstarke Maschinen nicht gleichzeitig während der Spitzenzeiten laufen. Ergänzend werden alte Motoren durch hocheffiziente Modelle ersetzt, Maschinen regelmässig gewartet und das Personal instruiert, Geräte nach Arbeitsende auszuschalten. Diese Kombination aus Technik, Wartung und Verhaltensänderungen senkt den Verbrauch spürbar, ohne grosse Zusatzkosten zu verursachen.
Übertragbare Massnahmen und Folgen
Die Beispiele aus Quang Tri zeigen zentrale Elemente eines nachhaltigen Energie-Managements, die auch national relevant sind:
- Monitoring des Verbrauchs pro Produktionslinie als Basis für gezielte Eingriffe;
- regelmässige Wartung zur Reduktion technischer Verluste;
- Ersetzen ineffizienter Motoren durch hocheffiziente Modelle;
- Schulung und Verhaltensregeln für Mitarbeitende, um einfache Einsparpotentiale zu heben;
- Produktionsplanung, die Lastspitzen vermeidet und so Kosten reduziert.
Auf nationaler Ebene bedeutet dieser Ansatz: Statt ausschliesslich auf Ausbau oder kurzfristige Massnahmen zu setzen, kann die Förderung von Effizienz in Unternehmen eine stabilisierende Rolle spielen — gerade in Sektoren mit hohem Stromanteil an den Produktionskosten.
| Massnahme | Erwarteter Effekt |
|---|---|
| Verbrauchsmonitoring pro Produktionslinie | Bessere Ressourcenzuteilung, gezielte Massnahmen |
| Regelmässige Wartung | Reduktion technischer Verluste |
| Motorentausch zu hocheffizienten Modellen | Niedrigerer Energiebedarf, langfristige Kostenreduktion |
| Schulung und Betriebsdisziplin | Sofortige Einsparungen ohne hohe Investitionen |
Die Entwicklung in Quang Tri ist kein technisches Experiment, sondern ein praxisorientiertes Modell: Effizienz wird zur Wettbewerbsstrategie. Damit eröffnet sich eine Perspektive für Politik und Wirtschaft, Energiefragen nicht nur mit Infrastrukturprojekten zu beantworten, sondern auch durch veränderte Betriebsabläufe und Bildung: Eine Kultur des sparsamen Verbrauchs entsteht dort, wo Unternehmen und Belegschaften ihre täglichen Routinen anpassen und technische Modernisierung gezielt einsetzen.