Ein Grossanlass mit wenigen, aber markanten Vorfällen
Das diesjährige Openair Frauenfeld ging nach Angaben des Veranstalters in einem weitgehend ruhigen Rahmen über die Bühne. Seit Donnerstag besuchten rund 105'000 Personen das Festivalgelände. Die Kantonspolizei Thurgau und zahlreiche weitere Einsatzkräfte begleiteten den Anlass im Schichtbetrieb und zogen eine positive Bilanz hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Rettungsdiensten und Veranstalter.
Trotz des insgesamt geordneten Ablaufs kam es zu mehreren Straftaten und sicherheitsrelevanten Zwischenfällen: Insgesamt gingen seit Donnerstag bis Sonntagmittag rund 20 Anzeigen ein, vornehmlich wegen Diebstahls. Zudem wurden 9 Personen festgenommen; drei davon befanden sich im polizeilichen Gewahrsam. 24 Personen wurden vom Gelände weggewiesen.
- Häufigstes Delikt: Taschendiebstahl und Raub von Wertgegenständen.
- Weitere Anzeigen: Tätlichkeit, Drohung und Betrug.
- Fünf Personen konnten als Verantwortliche für das Zünden von Pyros in der Menschenmenge ermittelt werden.
Die Polizei konkretisierte einige Fälle: So wurde unter anderem ein 29-jähriger Mann nach einer Anzeige wegen sexueller Belästigung festgenommen. Nach einem Diebstahl aus einem Zelt folgten Festnahmen zweier junger Männer im Alter von 18 und 19 Jahren; bei ihnen wurde mutmassliches Deliktsgut sichergestellt. Drei Festnahmen erfolgten auf Grundlage von Ausschreibungen ausserkantonaler Stellen.
Auch die medizinische Versorgung war stark gefordert: Die Sanitätsdienste dokumentierten rund 2'100 Konsultationen. Davon benötigten 256 Personen eine ärztliche Untersuchung und in 9 Fällen ordneten die Ärztinnen und Ärzte eine Spitaleinweisung an. Die Feuerwehr Frauenfeld war mit ihrem bewährten Konzept präsent und leistete Unterstützung bei zwei Löscheinsätzen sowie in einem Transportfall für die Sanität.
Bei der An- und Abreise gab es keine nennenswerten Verkehrsbehinderungen. Die Parkplätze beim Festivalgelände waren stark frequentiert, mehrere tausend Fahrzeuge wurden registriert.
| Indikator | Angabe |
|---|---|
| Besucherinnen und Besucher | 105'000 |
| Polizeiliche Anzeigen | 20 |
| Festnahmen | 9 (davon 3 in Gewahrsam) |
| Weggewiesene Personen | 24 |
| Sanitätskonsultationen | 2'100 |
| Ärztliche Konsultationen | 256 |
| Spitaleinweisungen | 9 |
Für die Einsatzkräfte und die Veranstalter bleibt der Umgang mit Eigentumsdelikten und gefährlichen Gegenständen in Menschenmengen eine zentrale Aufgabe. Die Ermittlungen der Kantonspolizei Thurgau und der zuständigen Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen. Insgesamt aber überwiegt die Feststellung, dass das Festival trotz einzelner schwerwiegender Vorfälle grossmehrheitlich friedlich und gut organisiert verlief.
Diese Bilanz unterstreicht die Bedeutung eines durchdachten Sicherheits- und Sanitätskonzepts bei Grossanlässen: Es erlaubt, hohe Besucherzahlen zu bewältigen und gleichzeitig schnell und koordiniert auf Vorfälle zu reagieren.