Argentinien nicht unantastbar
Der amtierende Weltmeister Argentinien ist nicht unverwundbar. Nach einer überwiegend souveränen Gruppenphase präsentierte sich die Mannschaft in den K.o.-Duellen weniger überzeugend: Gegen Kap Verde siegten die Südamerikaner erst in der Verlängerung, gegen Ägypten drehten sie ein 0:2 noch spät. Das wirft Fragen auf, die der Schweizer Auswahl vor dem Viertelfinal Anlass zu strategischem Optimismus geben könnten.
Bereits nach dem Achtelfinal nannte Murat Yakin offen die Verwundbarkeit des Gegners:
«Man hat gesehen, dass Argentinien in den letzten beiden Spielen auch verwundbar war.»Diese Einschätzung fasst die Kernprobleme des Titelträgers zusammen.
Die offensiven Limitierungen
Ein zentrales Handicap Argentiniens ist die starke Abhängigkeit von Lionel Messi. Der 39-Jährige hat nach Angaben aus dem Turnier bisher über die Hälfte der argentinischen Tore erzielt. Daraus resultiert eine Vorhersehbarkeit in der Offensive: Andere Angreifer gelangen nicht zuverlässig in Torabschlüsse oder Präsenz.
- Lackierende Flügelpräsenz: Das Spiel über die Flügel findet laut Experten kaum statt.
- Formschwankungen bei Stürmern: Lautaro Martinez ist bislang der einzige weitere Torschütze; Julian Alvarez bleibt torlos.
- Trainerdiskussion: Lionel Scaloni experimentiert offenbar noch mit der idealen Formation.
Chancen für die Schweiz
Diese faktisch belegten Defizite bieten Murat Yakin und seiner Mannschaft Ansatzpunkte: Kompaktes Defensivverhalten gegen Messi, schnelle Umschaltmomente und das Exploitieren der Flügelräume könnten Schlüssel sein. Gleichzeitig mahnen Stimmen aus Fussballkreisen zur Vorsicht: Argentinien hat trotz der Mängel die Erfahrung und die individuelle Klasse, Spiele zu drehen – wie das späte Comeback gegen Ägypten gezeigt hat.
| Begegnung | Anpfiff | TV |
|---|---|---|
| Schweiz – Argentinien (Viertelfinal) | 03:00 Uhr (Kansas City) | SRF zwei (Live), Vorberichterstattung ab 01:30 Uhr |
Die Schweiz hat die historische Chance, eine Serie fortzusetzen und in die nächste Runde vorzudringen. Entscheidend wird sein, ob die Nati die argentinischen Schwächen systematisch ausnutzt, ohne sich von Stars wie Messi allein einschüchtern zu lassen. Taktische Disziplin und Mut in der Offensive sind die Voraussetzungen für eine Überraschung.
Für Fans und Beobachter bleibt das Duell ein Prüfstein: Beweist die Schweiz Cleverness und Entschlossenheit, kann sie einen Weltmeister in ernste Schwierigkeiten bringen. Andererseits sind die Argentinier nach wie vor in der Lage, Spiele dank individueller Klasse zu entscheiden – wodurch Vorsicht und ein klarer Matchplan für die Schweizer Pflicht sind.