Der Schweizer Frauen-Eishockeyverband hat die Nachfolge von Colin Muller geregelt: Shannon Miller wird ab Anfang August die Cheftrainerin der Nationalmannschaft. Die 62-jährige Kanadierin unterschreibt einen Vertrag bis zum Sommer 2029 und soll die Mannschaft in die nächsten grossen Aufgaben führen.
Erfahrene Siegerin übernimmt
Miller ist keine Unbekannte im internationalen Frauen-Eishockey. Als Nationaltrainerin ihres Heimatlandes führte sie Kanada 1997 zum WM-Titel und holte ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Nagano die Silbermedaille. In der Folgezeit prägte sie massgeblich das College-Eishockey in den USA: Von 1999 bis 2015 war sie Cheftrainerin der Minnesota Duluth Bulldogs und gewann dort mehrfach die NCAA-Meisterschaft. Zuletzt war sie bis Dezember 2018 als Coach der Calgary Inferno tätig.
Für Miller ist die Stelle in der Schweiz das erste Engagement ausserhalb Nordamerika. Für den Verband bedeutet die Verpflichtung, eine international renommierte Fachfrau ins Team zu holen, die sowohl Erfolge auf Topniveau als auch jahrelange Entwicklungsarbeit vorweisen kann.
Sportliche Perspektive und Kalender
Für die Schweizerinnen beginnt die Zusammenarbeit unmittelbar mit einem ersten Turnier bereits Ende August im Rahmen der Women Euro Hockey Tour. Ein grosser Prüfstein folgt im Herbst: Die WM in Dänemark findet vom 6. bis 16. November statt und wird damit Millers erste Weltmeisterschaft als Cheftrainerin der Schweiz.
- Antritt: Anfang August
- Vertragsdauer: bis Sommer 2029
- Erstes Turnier: Ende August (Women Euro Hockey Tour)
- WM: 6.–16. November in Dänemark
Der bisherige Cheftrainer, Colin Muller, hatte nach dem Gewinn der Bronzemedaille an den Olympischen Spielen im Februar auf eine Vertragsverlängerung verzichtet. Die Wahl Millers zeigt nun klar die Absicht des Verbandes, die Mannschaft mit einer international erfahrenen Führungspersönlichkeit in die nächste Entwicklungsphase zu schicken.
Was die Ankunft Millers bedeuten kann
Auf dem Papier bringt Miller Kompetenzen mit, die für die Schweiz von Wert sind: internationale Turniererfahrung als Teamchefin, lange Trainerlaufbahn im College-Bereich mit Erfolgshistorie und Know-how in der Spielerentwicklung. Diese Mischung ist besonders für eine Nationalmannschaft wichtig, die sich im Wettbewerb mit stärkeren Nationen langfristig etablieren will.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie rasch Miller Strukturen anpasst, personelle Prioritäten setzt und taktische Akzente setzt. Die WM in Dänemark bietet den ersten, greifbaren Leistungstest – und zugleich die Chance, die Wirkung ihres Systems auf höchstem Niveau zu prüfen.
| Datum / Periode | Ereignis |
|---|---|
| Anfang August 2026 | Offizieller Amtsantritt Shannon Miller |
| Ende August 2026 | Teilnahme Women Euro Hockey Tour (erstes Turnier unter Miller) |
| 6.–16. November 2026 | Weltmeisterschaft in Dänemark |
| Sommer 2029 | Vertragsende |
Für die Schweizerinnen beginnt nun eine Phase der Anpassung: neue Trainingsimpulse, veränderte Spielideen und ein klarer Zeitrahmen, um Fortschritte zu realisieren. Die Verpflichtung Millers ist ein deutlicher Schritt des Verbandes hin zu mehr Professionalität und internationalen Standards — die erwarteten Effekte lassen sich jedoch erst in den kommenden Turnieren und in der Entwicklung des Kaders ablesen.