Ein Sommer zwischen Klosterhof und Tonhalle: Stimmung und Zahlen
Die 21. St.Galler Festspiele sind mit der Dernière von Giuseppe Verdis «Aida» zu Ende gegangen. Das diesjährige Viersparten-Festival veränderte seinen räumlichen Schwerpunkt: Erstmals fand die Opervorstellung im Grossen Haus statt, während Teile des Konzertprogramms sowie die Schauspielproduktion in der Tonhalle beziehungsweise im Paillard-Bau stattfanden. Dadurch verschob sich das Zentrum der Festspiele auf den Platz zwischen diesen Spielstätten – ein Umfeld, das durch die neu eingeführte Festspiel-Lounge zusätzlich belebt wurde.
Besucherzahlen und Auslastung
Die Veranstalter ziehen eine durchwegs positive Bilanz: Die vier Hauptproduktionen verzeichneten gemeinsam eine Auslastung von 90 Prozent. Insgesamt wurden bei diesen Hauptproduktionen 6'792 Besucherinnen und Besucher gezählt; zusammen mit der Lounge und den Kammerkonzerten kamen die Festspiele auf rund 9'404 Gäste.
- Gesamtbesucherzahl: rund 9'404
- Besucher Hauptproduktionen: 6'792
- Auslastung Hauptproduktionen: 90%
«Aida» erreicht 81 Prozent Auslastung
Die Produktion von Verdis «Aida», inszeniert von Ben Baur und unter der musikalischen Leitung des scheidenden Chefdirigenten Modestas Pitrėnas, zog insgesamt 4'020 Zuschauerinnen und Zuschauer zu einer der sieben Vorstellungen und erzielte damit eine Auslastung von 81 Prozent. Kritik und Publikum reagierten laut Berichten positiv auf die Aufführung.
Besonderheiten: Abschied und neue Formate
Ein weiterer Höhepunkt war das vom Chefdirigenten initiierte Festkonzert: Pitrėnas verabschiedete sich sowohl als Opern- wie Konzertleiter und sorgte mit einem Konzert in der Kirche St. Laurenzen für hohe Auslastung. Das Konzert wurde vor 483 Personen gespielt und erreichte eine Auslastung von 97 Prozent. Beteiligte waren das Sinfonieorchester St.Gallen, Organist Bernhard Ruchti, Sopranistin Olivia Smith, der Chor des Theaters St.Gallen und der Bach-Chor.
Neu im Angebot war die Festspiel-Lounge, die das Areal zwischen Grossen Haus, Tonhalle und Paillard-Bau als Begegnungsraum nutzbar machte und ein niederschwelliges Angebot aus Musik, Kulinarik und Austausch bot. Damit wurde das Festival nicht nur räumlich erweitert, sondern auch inhaltlich diversifiziert.
Ausblick
Die Oper kehrte dieses Jahr zurück ins Haus; nach dem etablierten Zweijahresrhythmus ist vorgesehen, dass sie 2027 wieder auf dem Klosterhof gespielt wird. Die Entwicklung des Programms und die Besucherzahlen sprechen dafür, dass die Kombination aus traditionellen Aufführungsorten und neuen Formaten wie der Lounge das Profil der St.Galler Festspiele weiter schärfen könnte.
| Produktionsbereich | Besucher | Auslastung |
|---|---|---|
| Vier Hauptproduktionen (gesamt) | 6'792 | 90% |
| «Aida» (7 Vorstellungen) | 4'020 | 81% |
| Festkonzert (St. Laurenzen) | 483 | 97% |
Die Zahlen und das neue Raumkonzept geben den St.Galler Festspielen Momentum für die kommenden Jahre: Sie zeigen sowohl die Widerstandskraft klassischer Spielarten wie der Oper als auch die Wirksamkeit ergänzender Formate, die Publikumserlebnisse erweitern.