Angriff ohne Pause: Schlegel dominiert die Vorrunden
Werner Schlegel liess im Berner Wankdorf von Beginn weg keinen Zweifel an seiner Absicht: der Toggenburger attackierte seine Gegner ununterbrochen und begeisterte das Publikum von Gang zu Gang. Gleich beim Anschwingen brachte er den Schwarzsee-Sieger Adrian Walther nach dem zweiten Grifffassen zu Boden. Auch Matthieu Burger und Verteidigungskünstler Fabian Aebersold konnten dem Druck nicht standhalten; Aebersold musste bereits nach dem ersten Zug das Sägemehl berühren.
Nach der Mittagspause setzte sich die Serie fort: Michael Moser hatte das Nachsehen, und im fünften Gang war es Matthias Aeschbacher, den Schlegel ebenfalls nach dem zweiten Grifffassen zu Fall brachte. Diese Serie qualifizierte den Toggenburger souverän für den Schlussgang.
Schlussgang gegen Staudenmann: Mutig, aber erfolglos
Im Finale traf Schlegel auf Fabian Staudenmann. Da Staudenmann über einen Vorsprung von 0.5 Punkten verfügte, genügte dem Berner ein gestellter Schlussgang. Schlegel griff über die vollen zwölf Minuten hinweg immer wieder an, suchte den Weg zum Sieg und gab sich nicht geschlagen. Am Ende blieb der Erfolg aus; der Schlussgang wurde gestellt, und Schlegel musste sich mit dem zweiten Rang begnügen. Damit konnte er nicht in die Fussstapfen seines Trainers Jörg Abderhalden treten, der 1998 im Wankdorf triumphiert hatte.
Starke Teamleistung in Gonten
Neben dem grossen Fest in Bern fand in Gonten das Appenzeller Kantonalschwingfest statt. Die St. Galler Delegation hinterliess auch dort Eindruck und erkämpfte sich insgesamt sieben Kränze – mehr als jede andere Gastdelegation und direkt hinter den einheimischen Appenzellern. Als bester St. Galler wurden der Toggenburger Pascal Heierli sowie ein Vertreter aus dem Rheintal genannt.
- Mutiger Auftritt: Schlegels aggressive Schwingart begeisterte das Publikum.
- Beinahe-Triumph: Im gestellten Schlussgang fehlte nur das letzte Quäntchen Glück.
- Teamstärke: Sieben Kränze für St. Gallen in Gonten unterstreichen die Breite der Kantonstruppe.
| Gegner | Resultat / Bemerkung |
|---|---|
| Adrian Walther | Bodigen nach zweitem Grifffassen |
| Matthieu Burger | Sieg bereits in den ersten Minuten |
| Fabian Aebersold | Verlor nach dem ersten Zug |
| Michael Moser | Hatte nach der Mittagspause das Nachsehen |
| Matthias Aeschbacher | Bodigen nach dem zweiten Grifffassen |
| Fabian Staudenmann | Gestellter Schlussgang – Schlegel zweitklassiert |
Der Auftritt Schlegels im Wankdorf wird noch lange Thema bleiben: nicht nur wegen des sportlichen Könnens, sondern auch, weil er das Publikum mit einer Mischung aus Mut, Technik und Ausdauer in seinen Bann zog. Für Schlegel ist der zweite Rang eine Bestätigung, für das Berner Publikum ein Abend, der die Tradition des Schwingens in einer grossen Arena lebendig hielt.