Sprinterin zwischen Schulbank und Tartanbahn
Mit gerade einmal 18 Jahren hat sich Xenia Buri in den Fokus der nationalen Leichtathletikszene katapultiert. Die Berner Maturandin verbesserte im Juni in Mannheim im Vorlauf und im Final den Schweizer U20-Rekord über 100 m und erzielte dabei starke 11,13 Sekunden. Kurz darauf rannte sie mit der U20-Staffel in 43,32 Sekunden zu einem neuen Schweizer U20- und U23-Rekord.
Zwischen Prüfungen und persönlichen Bestleistungen
Der Spagat zwischen Schule und Spitzensport wirkt bei Buri weniger wie ein Kampf, denn wie eine geordnete Rennstrategie: Während sie derzeit die schriftlichen Maturarbeiten in Fächern wie Französisch, Pädagogik und Psychologie absolviert, bleibt auf der Bahn Zeit für schnelle Zeiten und deutliche Fortschritte. Über das Schulische sagte sie, dass Französisch «nicht gerade mein Lieblingsfach» sei, dennoch richtet sie ihren Fokus klar auf die Sprintstrecke.
«nicht gerade mein Lieblingsfach»
Die Resultate erklären, warum die Erwartungen steigen: Buri zählt aktuell zu den schnellsten U20-Sprinterinnen der Welt in dieser Saison und war mit ihrer Staffel das bisher schnellste U20-Team des Jahres weltweit. Das ebnet ihr den Weg zur U20-WM Anfang August in Eugene (USA), wo sie und die Staffel aussichtsreich antreten dürften.
Ambitionen und nationale Vergleichsgrössen
Buri hat nicht nur die nationale Jugendklasse hinter sich gelassen, sie richtet den Blick auf die Elite: Der Name Mujinga Kambundji taucht als Messlatte auf — ihr Schweizer Rekord ist für Buri ein klarer Referenzpunkt. Dass sie sich innerhalb kurzer Zeit sowohl individuell als auch in der Staffel deutlich steigern konnte, spricht für ihr Potenzial, in den kommenden Jahren in die Nähe der etablierten Top-Zeiten zu rücken.
- Individuell: U20-Rekord 100 m – 11,13 s (Mannheim, Juni)
- Mit der Staffel: U20- und U23-Rekord 4x100 m – 43,32 s (Fribourg)
- Aussichten: Teilnahme an der U20-WM in Eugene (Anfang August)
Was die Resultate bedeuten
Die Bestzeiten sind mehr als Saisonhöhepunkte: Sie markieren den Übergang einer Athletin von nationalem Jugendstatus zu einer Kandidatin für höhere Aufgaben. Die Kombination aus schnellen Einzelzeiten und einer starken Staffelleistung zeigt zudem, dass Buri sowohl als Solistin als auch im Team Wirkung entfalten kann. Für die Schweizer Leichtathletik bedeutet das eine junge Athletin, die künftig in internationalen Junioren- und womöglich bald auch in Elite-Formationen auftauchen könnte.
| Leistung | Marke | Ort / Anlass |
|---|---|---|
| 100 m (U20-Rekord) | 11,13 s | Mannheim, Juni |
| 4x100 m (U20 & U23 Rekord) | 43,32 s | Fribourg |
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Buri den Schwung nach Eugene mitnehmen kann. Wichtig ist neben der sportlichen Entwicklung auch die Balance zur Schule: Ihre Maturaprüfungen sind gestaffelt auf 2026 und 2027 – ein Umstand, der Planung und Geduld verlangt, aber auch Raum lässt für eine schrittweise Integration in die Eliteklasse.
Der Weg von einer nationalen Juniorin zu einer ernstzunehmenden internationalen Sprinterin ist lang und verlangt Konstanz. Xenia Buri hat in diesem Sommer ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Ob sie Mujinga Kambundjis Rekordzeiten ins Visier nehmen und früher oder später gefährden kann, bleibt abzuwarten — doch die Richtung ist eindeutig: nach vorne.