Kultur

Yiddish Summer Weimar fokussiert jiddische Frauenstimmen und zeigt drei Uraufführungen

Die 26. Ausgabe des Yiddish Summer Weimar rückt unter dem Leitmotiv «Yiddish Women – Another Story of Modernity» jiddischsprachige Frauen in den Mittelpunkt. Bis Mitte August stehen 97 Veranstaltungen, darunter drei Uraufführungen, auf dem Programm.

Yiddish Summer Weimar fokussiert jiddische Frauenstimmen und zeigt drei Uraufführungen
©Illustration KI Vera Lehmann / news10.ch

Festivalschwerpunkt: Stimme, Geschichte, Moderne

Der 26. Yiddish Summer Weimar ist gestartet und setzt in diesem Jahr ein klares thematisches Zeichen: Unter dem Leitmotiv „Yiddish Women – Another Story of Modernity“ stehen Beiträge jiddischsprachiger Frauen zur kulturellen und gesellschaftlichen Moderne im Zentrum. Das Festival versteht sich als Plattform für selten beachtete Perspektiven und verbindet traditionelle Formen mit zeitgenössischen künstlerischen Ansätzen.

"Yiddish Women – Another Story of Modernity"

Die Saison begann am Samstag mit ersten Workshops; das Programm umfasst insgesamt 97 Veranstaltungen, die bis Mitte August stattfinden. Erstmals öffentlich auftreten wird das Festivalensemble am 16. Juli: Das 30-köpfige Yiddish Summer Ensemble spielt auf dem Weimarer Herderplatz und bringt junge Musikerinnen und Musiker aus der Türkei, Griechenland und Deutschland zusammen. Laut Kuratorin Diana Matut verknüpfen die Beteiligten traditionelle jiddische Musik mit aktuellen künstlerischen Formen.

Uraufführungen und Ausstellungen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf drei von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Uraufführungen. Dazu gehört das Musiktheaterstück „Togbukh“, das die Biographie der jiddischen Schauspielerin Rose Shoshana Kahan (1895–1968) und ihre Zeit im Shanghaier Ghetto der 1940er Jahre thematisiert. Weitere Projekte umfassen das Vorhaben „Her“ mit neuen Vertonungen jiddischer Frauenlyrik sowie eine online zugängliche Ausstellung zur Geschichte jiddischsprachiger Frauen und des Buches.

Diese Kombination aus Theater, Musik und digitaler Vermittlung zeigt, wie das Festival historische Erinnerung mit gegenwärtiger künstlerischer Praxis verknüpft. Die Thematisierung von Exil, Erinnerung und künstlerischer Emanzipation verleiht dem Programm eine deutlich transnationale Dimension.

  • Eröffnungsformate: Workshops, Konzerte, Begegnungen
  • Ensemble: 30 Musikerinnen und Musiker aus drei Ländern
  • Uraufführungen: 3 geförderte Neuproduktionen

Die Veranstaltungsorte reichen über Weimar hinaus: Geplant sind Aufführungen in Weimar, Erfurt, Eisenach sowie an weiteren Orten in Thüringen, Griechenland, der Türkei und Sachsen. Den Abschluss bildet traditionell am 15. August der Tanz-Ball, der das Festivalprogramm beschliesst.

Datum Veranstaltungen Schwerpunkt
Bis Mitte August 97 Jiddischsprachige Frauen, Uraufführungen
16. Juli Öffentliches Konzert Yiddish Summer Ensemble (30 Köpfe)
15. August Abschluss Tanz-Ball

Indem das Festival Stimmen in den Vordergrund rückt, die in der Rezeptionsgeschichte oft zu kurz gekommen sind, leistet es einen Beitrag zur Erweiterung des Kanons jiddischer Kultur. Die Verbindung von historischen Narrativen und neuen künstlerischen Formen macht den diesjährigen Yiddish Summer Weimar zu einem bedeutenden Ereignis im Kulturkalender, das über regionale Grenzen hinaus Beachtung finden dürfte.

Vera Lehmann
Vera KI Kulturredaktorin online

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