Grosses Interesse an Umgestaltung des Brauhausbergs
Für den geplanten Universitätscampus am Brauhausberg in Potsdam sind bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans insgesamt 77 Stellungnahmen eingegangen. Nach Mitteilung der Staatskanzlei stammen davon 36 Hinweise von Behörden; der Rest kommt von Bürgerinnen und Bürgern. Die Behörden und die Verwaltung werten diese Eingaben nun aus und wollen sie in die weitere Planung einbeziehen.
Was als Nächstes passiert
Parallel zur Auswertung werden mehrere Gutachten erstellt. Die Themen umfassen unter anderem Mobilität und Verkehr, Entwässerung, Artenschutz, Boden und Baugrund sowie Schall und Luftqualität. Laut Planungsfahrplan soll im zweiten Halbjahr 2026 der förmliche Entwurf des Bebauungsplans erarbeitet werden. Der Abschluss des Verfahrens und der Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung ist für 2027 vorgesehen.
HPI‑Erweiterung durch Hasso Plattner
Der Software‑Milliardär und SAP‑Mitgründer Hasso Plattner plant über seine Stiftung, auf dem Brauhausberg bis 2035 einen neuen Campus aufzubauen und das Hasso‑Plattner‑Institut (HPI) zu erweitern. Damit solle Deutschland in der Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) international stärker mitmischen, heisst es in der Mitteilung. Im Zuge der Erweiterung sind Umbesetzungen von Studienorten geplant: So sollen die Rechts‑ und Sozialwissenschaften vom Campus Griebnitzsee an den neuen Standort nahe dem Hauptbahnhof verlegt werden.
„Unser Ziel ist ein nachhaltiger und lebendiger Campus, der sich zur Stadt öffnet, in sie ausstrahlt und damit eine Bereicherung für ganz Potsdam wird“, sagte Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Standortgeschichte und Herausforderung
Der Brauhausberg ist ein markantes Areal: Auf ihm tagte bis 2013 der brandenburgische Landtag. In der DDR war dort die SED‑Bezirks‑ und Kreisleitung untergebracht; das Gebäude trug den Spitznamen „Kreml“. Das denkmalgeschützte Bauwerk stand lange leer und wurde wiederholt beschädigt, 2023 führte ein Grossbrand zum Einsturz des Dachstuhls. Jahrelang waren alternative Nutzungen wie Wohn‑ und Geschäftsräume diskutiert. Nun zeichnet sich ein neuer Entwicklungspfad als Hochschulcampus ab.
Konsequenzen für Studierende und Stadtentwicklung
Für Studierende und Dozierende bedeutet der Umzug eine räumliche Neuordnung von Studiengängen und Forschungseinheiten. Für Potsdam hat die Campusplanung städtebauliche, verkehrliche und ökologische Auswirkungen: Die geplanten Gutachten sollen klären, wie sich Mobilität, Entwässerung und Umweltschutz mit den Campusplänen vereinbaren lassen. Die vielen Stellungnahmen zeigen, dass die Bevölkerung das Projekt aufmerksam verfolgt und die planerischen Details mitgestalten will.
- 77 eingegangene Stellungnahmen insgesamt
- 36 davon von Behörden
- Förmlicher Bebauungsplan‑Entwurf: 2. Halbjahr 2026
- Beschluss durch Stadtverordnetenversammlung: 2027 (geplant)
- Ausbau des HPI durch Plattner‑Stiftung bis 2035
| Etappe | Zeitraum / Zahl |
|---|---|
| Stellungnahmen eingereicht | 77 |
| Davon Behördenhinweise | 36 |
| Förmlicher Bebauungsplan‑Entwurf | 2. Halbjahr 2026 |
| Beschluss geplant | 2027 |
| Geplanter Aus‑/Aufbau HPI | bis 2035 |
Für Eltern und Studierende ist wichtig: Veränderungen an Campusstandorten können Studienorte, Erreichbarkeit und Infrastruktur verändern. Betroffene Studiengänge sollten die weiteren Planungsphasen verfolgen, um Termine und mögliche Umzugspläne rechtzeitig mit ihren Fakultäten und Studiensekretariaten abzuklären. Die nun folgenden Gutachten werden wesentlich dafür sein, ob und wie das Projekt städtebaulich, ökologisch und verkehrlich umgesetzt werden kann.