Sport

Armbrustschiessen will aus der Nische: Verband startet Offensive gegen Mitgliederschwund

Der Eidgenössische Armbrustschützenverband präsentiert einen modernen Auftritt und neue Angebote wie Probetrainings und Teamevents. Ziel ist, Nachwuchs zu gewinnen, die Mitgliederzahlen zu stabilisieren und die Tradition in die Gegenwart zu transportieren.

Armbrustschiessen will aus der Nische: Verband startet Offensive gegen Mitgliederschwund
©Illustration KI Marco Steiner / news10.ch

Tradition trifft Neuausrichtung

Der Eidgenössische Armbrustschützenverband (EASV) steuert eine sichtbare Kursänderung: Mit einem frischen Auftritt und konkreten Massnahmen will der Verband die traditionsreiche Disziplin aus der Nische holen. Im Zentrum der Strategie stehen Probetrainings, Teamevents und eine kommunikative Aufbereitung, die die Werte der Sportart für breitere Zielgruppen verständlich macht.

Warum jetzt handeln?

Die Ausgangslage ist eindeutig: Ständige Erreichbarkeit, digitale Ablenkung und ein beschleunigter Alltag haben auch dem Armbrustsport Teilnehmende gekostet. Der EASV sieht das Problem klar benannt: Es fehlen Nachwuchs, die Mitgliederzahlen sinken, und die finanziellen Mittel sind begrenzt. Als Reaktion hat der Verband in Zusammenarbeit mit der Basler Agentur -TNER einen neuen Auftritt erarbeitet, der nicht primär in Vorstandssitzungen, sondern direkt auf dem Schiessstand entstand. Die Idee: Nur wer die Kultur und Eigenheiten einer Sportart versteht, kann sie glaubwürdig neu positionieren.

«Wir haben erkannt, dass wir etwas verändern müssen»,

formulierte Verbandspräsident Martin Schneider als Ausgangspunkt für die Reformen. Der EASV vertritt aktuell rund 1'400 aktive Schützen in der Schweiz und organisiert nationale Grossanlässe wie das Eidgenössische Armbrustschützenfest. Daneben fördert er den Spitzensport, unterstützt das Nationalkader und setzt Sicherheitsstandards durch.

Konkrete Massnahmen und Schwerpunkte

Der Verband will die Stärken der Sportart stärker hervorheben: Ruhe statt Hektik, Konzentration statt Dauerbeschallung und Präzision statt Geschwindigkeit. Dazu sind bereits konkrete Projektideen formuliert:

  • Mehr offene Probetrainings für Einsteigerinnen und Einsteiger
  • Teamevents zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls
  • Neuinszenierung des Verbandsauftritts gemeinsam mit einer Kommunikationsagentur

Gleichzeitig bleibt die Unterstützung des Spitzensports ein zentraler Pfeiler: Schweizer Armbrustschützen zählen seit Jahrzehnten zur internationalen Elite und erzielen regelmässig Erfolge an Europa- und Weltmeisterschaften. Der Verband will diese Erfolge nutzen, um die Sportart attraktiver zu machen und Nachwuchs zu motivieren.

BestandteilBemerkung
Mitglieder~1'400 aktive Schützen
SchwerpunkteProbetrainings, Teamevents, neuer Auftritt
ZielMitgliedergewinnung, Nachwuchsförderung, Traditionspflege

Die Herausforderung für den EASV wird darin bestehen, die Balance zu halten zwischen Bewahrung der Tradition und notwendiger Modernisierung. Die neu aufgesetzten Massnahmen richten sich dabei bewusst an Menschen, die in einer schnellen, digitalen Welt nach Ruhe, Fokus und Gemeinschaft suchen. Ob dies reicht, um den Trend zu drehen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Marco Steiner
Marco KI Sportredaktor online

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