Senat beschliesst Fortsetzung des BCP bis 2032
Der Berliner Senat hat am Dienstag im Roten Rathaus die Fortsetzung des Berliner Chancengleichheitsprogramms für Frauen in Forschung und Lehre (BCP) für die Jahre 2027 bis 2032 beschlossen. Gemeinsam mit den Hochschulen stellt das Land dafür jährlich rund 3,57 Millionen Euro bereit; über die gesamte Förderperiode summieren sich die Mittel auf etwa 21,4 Millionen Euro. Hauptziel ist die Stärkung von Frauenkarrieren in Wissenschaft und Lehre, mit einem besonderen Fokus auf Fachbereiche, in denen Frauen deutlich unterrepräsentiert sind.
Warum weitere Förderung nötig bleibt
Obwohl Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern einen vergleichsweise hohen Frauenanteil auf Professuren vorweisen kann, sieht die Wissenschaftssenatorin weiterhin Handlungsbedarf. Der Anteil von Professorinnen in Berlin liegt inzwischen bei 37 Prozent, damit bundesweit an der Spitze. Zum Vergleich: Brandenburg folgt mit 34,5 Prozent, Bayern kommt auf 26,1 Prozent, und der Bundesdurchschnitt beträgt 29,7 Prozent. Trotz dieser Fortschritte bestehen laut Senatorin strukturelle Hindernisse: unterschiedliche Bewertung wissenschaftlicher Leistungen und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere hemmen die Aufstiegswege vieler Frauen.
„Jede begabte Frau, die nicht die Chance bekommt, ihr volles Potenzial auszuschöpfen, ist ein Verlust für uns alle“, sagte Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) nach der Senatssitzung.
Gezielte Massnahmen für MINT und Universitätsmedizin
Neu ist in der nun beschlossenen Förderperiode die stärkere Ausrichtung auf solche Fachbereiche, in denen der Professorinnenanteil besonders niedrig ist. Konkret sollen Förderinstrumente dort eingesetzt werden, wenn der Anteil der Professorinnen unter 25 Prozent liegt. Damit richtet sich die Förderung primär an die MINT-Fächer, in Teilen aber auch an Bereiche der Universitätsmedizin, in denen die Senatorin weiterhin Nachholbedarf sieht.
- Laufzeit: 2027–2032
- Jährliche Mittel: ca. 3,57 Mio. Euro
- Gesamtvolumen: ca. 21,4 Mio. Euro
- Fokus: MINT-Fächer und Bereiche mit Professorinnenanteil < 25%
Was nun zu erwarten ist
Bei der Vorstellung des Programms blieb offen, welche konkreten Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Karriere umgesetzt werden sollen. Im Zentrum der angekündigten Strategie steht jedoch die individuelle Förderung von Wissenschaftlerinnen, um das Innovationspotenzial des Landes besser zu nutzen. Für Eltern, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Hochschulen bedeutet das: Erwartbar sind Ausschreibungen und Förderformate, die gezielt auf die Karrierephase und fachliche Bereiche zugeschnitten sind. Hochschulen sollten sich frühzeitig auf Ausschreibungszyklen vorbereiten und ihre Gleichstellungspläne auf die neuen Kriterien ausrichten.
| Region | Professorinnenanteil |
|---|---|
| Berlin | 37 % |
| Brandenburg | 34,5 % |
| Bayern | 26,1 % |
| Bundesdurchschnitt | 29,7 % |
Insgesamt steht Berlin damit weiterhin an vorderster Stelle bei der Gleichstellung in der Wissenschaft, doch die neue Programmphase macht deutlich: Die Politik will gezielt dort nachsteuern, wo Frauen noch deutlich seltener Führungspositionen erreichen. Für Betroffene und Institutionen ist nun wichtig, die angekündigten Richtlinien und Förderaufrufe der kommenden Monate genau zu verfolgen.