Die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden stellt ihre finanzielle Lage als akut und langfristig bedrohlich dar. Trotz Anpassungen bei den Personalausgaben reissen stagnierende Zuschüsse für Sachmittel und Investitionen eine wachsende Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben auf. Die Verantwortungsträger sehen deshalb nicht nur temporäre Sparrunden, sondern strukturelle Veränderungen, die den Kern des Lehrbetriebs treffen könnten.
Hintergrund der Schieflage
Die Hochschule berichtet, dass die Mittel für Sachausgaben und Investitionen seit den frühen 2010er-Jahren de facto gleich geblieben seien, obwohl die Kosten deutlich gestiegen seien. Im Gegensatz dazu seien die Zuweisungen für Personalausgaben den Tarifsteigerungen gefolgt. Dadurch habe sich eine Diskrepanz entwickelt, die die Hochschule kurzfristig mit Substanzeinsparungen zu kompensieren versucht habe — aber dieser Spielraum sei inzwischen weitgehend aufgebraucht.
„Wir reden nicht mehr über Kürzungen, die sich durch zusätzliche Anstrengungen oder organisatorische Anpassungen auffangen lassen. Wir stehen vor strukturellen Herausforderungen, die den Studienbetrieb grundlegend verändern würden“,
so Rektor Oliver Kossack, wie die Hochschule mitteilte. Die Sprecherin Andrea Weippert erklärte, dass bisherige Einsparungen zulasten der Substanz gegangen seien und künftig nicht mehr ausreichten, um die Lücke zu schliessen.
Konkrete Zahlen und zeitlicher Ausblick
Die HfBK weist bereits Verluste aus und rechnet mit weiter steigenden Defiziten in den kommenden Jahren. Für die Planung sind folgende Zahlen genannt worden:
| Jahr | Finanzielles Ergebnis / Prognose |
|---|---|
| 2024 | Positives Jahresergebnis |
| 2025 | Fast 300 000 Euro Verlust |
| 2027 | Geplanter Verlust: 482 400 Euro |
| 2028 | Geplanter Verlust: 530 300 Euro |
Die Hochschule kann diesen Fehlbetrag kurzfristig noch aus Rücklagen decken, erwartet aber, dass diese Mittel bis 2029 erschöpft sein werden, falls sich die Lage nicht ändert. Damit zeichnen sich Entscheidungen ab, die unmittelbar die Betreuung und die Qualität von Lehre, künstlerischer Praxis und Forschung beeinträchtigen könnten.
Folgen für Studierende und Personal
Die Leitung macht deutlich, dass ein Wegfall finanzieller Spielräume vor allem bei den Personalkosten Auswirkungen haben wird. Eingriffe in diesem Bereich würden sich direkt auf die Studienbetreuung und die künstlerische Ausbildung auswirken. Die Hochschule hat Studierende und Mitarbeitende bereits informiert und betont zugleich, dass Drittmittelakquise zwar erfolgreich gewesen sei, dies aber die strukturellen Defizite der öffentlichen Finanzierung nicht ausgleiche.
- Dringender Handlungsbedarf: Ohne zusätzliche Mittel drohen Kürzungen in der Lehre.
- Rücklagen sind begrenzt: Der Schutzschirm hält voraussichtlich bis 2028; ab 2029 sind keine Reserven mehr verfügbar.
- Langfristige Risiken: Strukturelle Anpassungen könnten den Studienbetrieb grundlegend verändern.
Für Eltern, Studierende und Fachpersonal bleibt die Frage offen, wie Landes- und Hochschulpolitik reagieren werden. Entscheidend ist nun, ob kurzfristige Entlastungen oder nachhaltige Finanzierungsmodelle gefunden werden, um die künstlerische Ausbildung und Forschung an der HfBK Dresden zu sichern.