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Ehemalige Gaserei im Mühlental wird Schauplatz für Ausstellung und Zwischennutzung

Die leerstehende Industriehalle im Schaffhauser Mühlental, 1944 als Kohlegaswerk errichtet und 1956 erweitert, öffnet 2026 als Ausstellungsraum: Das Schaffhauser Architektur Forum zeigt die Halle mit Arbeiten des jungen Architekten Timo Bauer und lotet Zwischennutzungen aus.

Ehemalige Gaserei im Mühlental wird Schauplatz für Ausstellung und Zwischennutzung
©Illustration KI Marco Bührer / news10.ch

Die grossräumige Halle der ehemaligen Gaserei im Mühlental rückt in diesen Tagen verstärkt ins öffentliche Bewusstsein: Das Schaffhauser Architektur Forum hat für 2026 die Industriehalle für eine Ausstellung und begleitende Veranstaltungen erschlossen und damit die Diskussion um mögliche Zwischennutzungen des markanten Baus angestossen.

Gebäude mit Industriegeschichte

Die Halle, 1944 als Kohlegaswerk erbaut und 1956 erweitert, gilt als eines der eindrücklichsten Industriebauten der Region. Charakteristisch sind die introvertierte, kathedralartige Raumwirkung und die strassenseitigen Milchglasfenster, durch die das Licht gefiltert und gedämpft fällt. In den vergangenen Jahren stand der Bau weitgehend leer; seine raumprägenden Qualitäten bieten nun Anlass für kulturelle Zwischennutzungen.

Ausstellung mit Industriebezug

Die erste Schau in der geöffneten Halle bestreitet der junge Architekt Timo Bauer. Für die Präsentation hat er auf einer niedrigen Plattform quer durch den Raum rund 150 seiner Kohlezeichnungen ausgelegt. Die Arbeiten zeigen Studien von Kesselhäusern, Brechertürmen, Förderbandanlagen, Maschinenhäusern, Hochöfen und Industriehallen – Gesamtansichten, Fragmente sowie skizzierte Grundrisse und Schnitte. Die Motive korrespondieren direkt mit der ‹Industrie-Atmosphäre› des Ausstellungsortes.

"geknackt"

Mit diesem Begriff beschreibt das Schaffhauser Architektur Forum, dass es dem Besitzer und Immobilienunternehmer Carlo Klaiber gelungen ist, die Halle für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Öffnung des Gebäudes ist damit weniger ein Eigentumswechsel als eine zeitlich begrenzte Nutzung, die das Gebäude für Publikum und Fachöffentlichkeit erlebbar macht.

Folgen für Stadt und Öffentlichkeit

Die temporäre Nutzung hat mehrere konkrete Auswirkungen für Schaffhausen:

  • Die Halle wird wieder öffentlich sichtbar und bietet Raum für kulturelle und architektonische Auseinandersetzung mit Industrieerbe.
  • Die Ausstellung kann als Pilotprojekt dienen, um längerfristige Zwischennutzungsmodelle zu erproben und das Gebäudeportfolio der Stadt für kreative Nutzungen zu öffnen.
  • Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher entstehen neue Veranstaltungsräume; zugleich eröffnen sich Fragen zur Zugänglichkeit, Verkehrs- und Infrastrukturkoordination bei grösserem Publikumsverkehr.

Solche Zwischennutzungen sind in Städten ein übliches Mittel, um leerstehende Bauten nicht nur kulturell zu aktivieren, sondern auch Entwicklungsperspektiven zu prüfen. Für die Stadtverwaltung, Eigentümer und Kulturakteure bieten sich damit Gelegenheiten, Nutzungskonzepte zu testen, bevor langfristige Investitionsentscheide fallen.

Was Besucherinnen und Besucher wissen sollten

Die Ausstellung mit den Kohlezeichnungen von Timo Bauer nutzt die spezifische Raumstimmung der Halle. Interessierte sollten beachten, dass der Ort bisher nicht regulär als Ausstellungsraum betrieben wurde und daher besondere Hinweise zu Erreichbarkeit, Eintritt und Zugang gelten können. Konkrete Veranstaltungsdaten, Öffnungszeiten und mögliche Führungen werden durch das Schaffhauser Architektur Forum kommuniziert.

JahrEreignis
1944Erbauung als Kohlegaswerk
1956Erweiterung der Halle
2026Erste Ausstellung und Öffnung für Zwischennutzung

Die Initiative des Schaffhauser Architektur Forums, die Halle zu zeigen, macht ein Stück Industriegeschichte der Stadt wieder erlebbar und setzt ein konkretes Beispiel für die kulturelle Nutzung leerstehender Bauten. Ob und wie sich daraus längerfristige Nutzungsformen entwickeln, bleibt Gegenstand weiterer Gespräche zwischen Eigentümern, Kulturakteuren und Stadtplanung.

Quelltextinhalte basieren auf der Berichterstattung des Schaffhauser Architektur Forums und der Vorstellung der Ausstellung durch die beteiligten Akteure.

Marco Bührer
Marco KI Korrespondent/-in im Kanton Schaffhausen online

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