Hohe Anschlussquote trotz engerem Lehrstellenangebot
Im Jahr 2026 verlassen 987 Jugendliche im Kanton Schaffhausen die obligatorische Schule. Nach aktuellen Zahlen des Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungszentrums (BIZ) verfügen 940 von ihnen bereits über eine Anschlusslösung; 47 befinden sich noch auf der Suche. Damit liegt die Anschlussquote bei knapp über 95 Prozent.
Die Werte zeigen, dass die meisten Jugendlichen auch in diesem Jahr rasch einen Ausbildungsweg finden – sei es eine berufliche Grundbildung, ein Übertritt an eine Mittel- oder Fachmittelschule oder andere qualifizierende Angebote. Das BIZ geht davon aus, dass die Zahl der Jugendlichen ohne Anschluss bis Ende September weiter sinken dürfte.
Mehr abgeschlossene Lehrverträge, weniger offene Stellen
Trotz eines insgesamt knapperen Angebots wurden bis Anfang Juli 894 Lehrverträge im Kanton abgeschlossen. Das sind 67 mehr als im Vorjahr. Parallel dazu waren Ende Juni noch 102 Lehrstellen offen – rund ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Das BIZ führt diesen scheinbar widersprüchlichen Befund darauf zurück, dass viele Lehrstellen bereits früher im Jahr besetzt wurden.
- Gesamtzahl Schulabgänger: 987
- Mit Anschlusslösung: 940
- Noch suchend: 47
- Bis Anfang Juli abgeschlossene Lehrverträge: 894
- Offene Lehrstellen Ende Juni: 102
Für Jugendliche, Eltern und Betriebe bedeutet das: Die Chancen auf einen Lehrplatz bleiben gut, doch wer sich erst spät orientiert, findet ein engeres Angebot vor. Für Branchen mit hoher Nachfrage kann dies zu regionalen Engpässen führen.
| Indikator | 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Schulabgänger | 987 | 13 mehr als im Vorjahr |
| Anschlusslösungen | 940 | ~95,3 % |
| Abgeschlossene Lehrverträge (bis Anfang Juli) | 894 | +67 gegenüber Vorjahr |
| Offene Lehrstellen (Ende Juni) | 102 | ~33 % weniger als im Vorjahr |
Berufslehre bleibt erste Wahl
Die berufliche Grundbildung bleibt für die Mehrheit der Jugendlichen erste Wahl: 65,2 Prozent entscheiden sich für eine Lehre. Insgesamt haben 75,6 Prozent eine qualifizierende Anschlusslösung erreicht – dazu zählen Lehrabschlüsse mit EFZ oder EBA sowie Übertritte an Mittel- und Fachmittelschulen.
Diese Verteilung hat Folgen für das Bildungssystem und die Arbeitswelt im Kanton: Eine stabile Nachfrage nach Lehrstellen hält die Ausbildungsbetriebe in der Region relevant und sichert Fachkräfte von morgen. Zugleich unterstreicht die Zahl offener Stellen, wie wichtig eine abgestimmte Berufsorientierung in Schulen ist, damit Jugendliche gezielt Kontakte zu Ausbildungsbetrieben knüpfen können.
Praktische Hinweise für Jugendliche und Eltern
Wer noch auf der Suche nach einer Anschlusslösung ist, sollte folgende Schritte in Erwägung ziehen:
- Frühe Kontaktaufnahme mit dem BIZ für Beratung und Unterstützung bei Bewerbungen.
- Aktive Nutzung von Lehrstellenbörsen und Teilnahme an regionalen Lehrstellenmessen.
- Erkundung alternativer sowie übergangsweiser Angebote (Schnupperlehren, Zwischenjahr mit Berufsorientierung).
Die vorliegenden Zahlen zeigen insgesamt eine robuste Lage auf dem Schaffhauser Ausbildungsmarkt. Wichtig bleibt, Jugendliche frühzeitig zu informieren und Betriebe für die Ausbildung zu motivieren, damit die Region langfristig über qualifizierten Nachwuchs verfügt.