Rekordwerte und Ablauf
Die erste Hälfte des Sommers 2025 verlief in der Schweiz aussergewöhnlich heiss: Verglichen mit der Klimanorm der Jahre 1991–2020 ergibt sich ein landesweiter Temperaturüberschuss von rund +4 °C. Damit stellt diese Periode die bislang wärmste erste Sommerhälfte seit Beginn der offiziellen Messreihen im Jahr 1864 dar.
Wetterbildprägend waren über weite Strecken beständige Hochdrucklagen, die wiederholt Hitzewellen begünstigten. Charakteristisch war eine kurze Unterbrechung mit kühleren Luftmassen um den 1. Juni und eine ausgeprägte "Mini-Schafskälte" um den 10. Juni, als die Tagesmaxima verbreitet nur zwischen 15 und 18 °C lagen. Danach folgten zwei kräftige Hitzewellen:
- 17. bis 29. Juni: historische Hitzewelle mit lokalen Höchstwerten bis zu 39 °C
- 7. bis 16. Juli: weitere Hitzewelle mit Tageshöchstwerten meist zwischen 30 und 35 °C
Räumliche Verteilung und Besonderheiten
Die stärksten positiven Abweichungen traten in der West- bis Nordwestschweiz auf; am geringsten war der Temperaturüberschuss im Engadin. Trotz vereinzelter unwetterartiger Gewitterlagen hat es weder flächendeckend noch nachhaltig zu einer Entspannung der Trockenheit geführt. Kurze, heftige Niederschläge konnten die anhaltende Absenkung des Bodenwassergehalts nicht kompensieren.
| Zeitraum | Charakteristik |
|---|---|
| Ende Mai | Erste heisse Phase mit einigen Hitzetagen um Pfingsten |
| 1.–10. Juni | Temperaturrückgang, Mini‑Schafskälte (Maxima 15–18 °C) |
| 17.–29. Juni | Historische Hitzewelle, Höchstwerte bis 39 °C |
| 7.–16. Juli | Weitere Hitzewelle, Höchstwerte meist 30–35 °C |
Konsequenzen und Einordnung
Eine derart ausgeprägte positive Abweichung von +4 °C innerhalb der ersten Sommerhälfte hat weitreichende Folgen: höhere Verdunstungsraten, verstärkte Trockenheit und damit verbundenes Stresspotenzial für Pflanzen, Gewässer und Böden. Kurzzeitige Gewitter mit lokal starken Niederschlägen trugen nicht zur nachhaltigen Entspannung bei; die Trockenheit blieb ein dominierendes Thema.
Die Beobachtung, dass die Sommermarke von 25 °C mit Ausnahme des 1. Juli an jedem Folgetag erreicht oder überschritten wurde, unterstreicht die anhaltend hohe Wärmelast vor allem für Siedlungen. Nacht‑ wie Tagestemperaturen blieben insbesondere während der ersten Hitzewelle sehr hoch, was die Belastung in Städten und für empfindliche Bevölkerungsgruppen erhöhte.
Ausblick
Während die gemessenen Werte und Abweichungen aktuell dokumentiert sind, bleibt die Frage nach mittel‑ bis langfristigen Folgen offen und ist Gegenstand weiterer Analysen. Insbesondere die Kombination aus häufiger Hitze und anhaltender Trockenheit erfordert eine fortlaufende Beobachtung der Wasserverfügbarkeit und möglicher Auswirkungen auf Landwirtschaft, Vegetation und Infrastruktur.
Die Datenbasis für diese Bilanz stammt aus den Auswertungen von MeteoNews/UBIMET und dem Vergleich mit der Klimanorm 1991–2020.