Erste Julihälfte deutlich zu warm und zu trocken
Die Schweiz hat die erste Hälfte des Julis ungewohnt heiss und trocken erlebt. Nach Angaben von Meteonews lagen die Durchschnittstemperaturen landesweit 4,4°C über der Norm der Jahre 1991–2020. Damit übertrifft diese Julihälfte den bisher wärmsten Juli aus dem Jahr 2015.
Regionale Unterschiede und Rekordwerte
Die stärksten Abweichungen verzeichneten Gebiete vom Genfersee über den Jura bis in die Nordwestschweiz mit regionalen Überschüssen von 4,5 bis 5,5°C, auf der Messstation La Dôle waren es sogar 6°C über dem Mittelwert. Einzelne Stationen meldeten zudem neue lokale Höchstwerte:
- In Locarno-Monti wurden 37,4°C gemessen – die höchste jemals für einen Juli seit Messbeginn 1935.
- In der Magadinoebene registrierte man 37,3°C, ein Allzeitrekord seit 1953.
- Mehrere Städte wiesen ungewöhnlich viele Hitzetage auf: Lugano und Locarno je 13 Hitzetage, Basel 11, Genf und Bern je 10, Zürich 6 (zum Vergleich: Julinorm für Zürich 3,9 Hitzetage).
Grosse Trockenheit und viel Sonnenschein
Begleitet wurde die markante Hitze von einer ausserordentlichen Trockenheit: Landesweit fiel in den ersten beiden Juliwochen 65% weniger Niederschlag als üblich. An einzelnen Messpunkten wie Bière (VD), Freiburg oder der Cimetta im Tessin wurde gar kein Regen registriert. Gleichzeitig sorgte deutlich mehr Sonnenschein für zusätzliche Belastung.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Temperaturabweichung (landesweit) | +4,4°C |
| Maximale Abweichung (La Dôle) | +6°C |
| Rekordtemperatur Locarno-Monti | 37,4°C (seit 1935) |
| Niederschlagsdefizit (erste Julihälfte) | -65% |
Folgen und Ausblick
Die Kombination aus anhaltender Hitze, vielen Hitzetagen und stark vermindertem Niederschlag hat direkte Folgen: erhöhte Belastung für Menschen und Tiere, zusätzliche Verdunstung, Stress für Pflanzenbestände und ein wachsendes Risiko für Trockenheitsschäden und Waldbrandgefahr. Regionen mit schon zuvor reduziertem Grundwasser und wenig Bodenfeuchte sind besonders gefährdet.
Was jetzt wichtig ist
- Beachten Sie lokale Warnungen und Hitzeschutzempfehlungen der Gesundheitsbehörden.
- Landwirtschaft und Wasserwirtschaft sollten die geringe Wasserverfügbarkeit in ihre Planung einbeziehen.
- Erhöhte Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer und Grillen in der freien Natur ist geboten.
Die vorliegenden Daten stammen aus den ersten beiden Juliwochen und basieren auf der Auswertung durch Meteonews. Weitere Entwicklungen bleiben zu beobachten, da anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen im Laufe des Julis kumulative Effekte verstärken können.